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Getrocknete Cannabis-Blüten. Foto: Jülich
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Getrocknete Cannabis-Blüten.

Legalisierung von Cannabis

Hessen: Über Nutzen und Nebenwirkungen von Cannabis als Arznei

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
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Christoph Kreck hat jahrelang medizinisches Cannabis genommen und die Therapie dann unterbrochen

Herr Kreck, welche Erkrankung haben Sie mit medizinischem Cannabis behandelt?

Ich habe seit 15 bis 20 Jahren Multiple Sklerose. Im Laufe der Zeit sind Schmerzen und Spastik im rechten Bein in den Vordergrund getreten. Dies hält mich nachts wach und beeinträchtigt mich auch im Allgemeinen.

Was haben Sie konkret dagegen gemacht?

Zur symptomatischen Therapie der Spastik und der Schmerzen habe ich zunächst Mittel aus der konventionellen Medizin genutzt. Im Jahr 2017 habe ich dann zusätzlich Cannabis ausprobiert. Zunächst habe ich ein Fertigarzneimittel in Form eines Sprays probiert. Dabei war der Wirkeintritt manchmal unangenehm. Nach gut einem Jahr bin ich dann auf eine Cannabisblütenmischung mit CBD und THC umgestiegen. Die habe ich dann etwa zwei Jahre genommen. Vor gut eineinhalb Jahren habe ich die Behandlung aber unterbrochen.

Warum?

Es ist immer eine Gesamtabwägung von Nutzen und Nebenwirkung. So habe ich durch die Cannabistherapie an Gewicht zugenommen und fühle mich am Morgen häufiger benommen. Cannabis habe ich immer nur abends genommen, da die Schmerzen und die Spastik dann am unangenehmsten sind. Der Schlafeffekt des Cannabis war in dem Fall sehr positiv und ich bin seltener durch Schmerzen aufgewacht.

zur Person

Christoph Kreck ist 67 Jahre alt und an Multipler Sklerose (MS) erkrankt.

Er lebt im Hochtaunuskreis , hat als Arzt gearbeitet und mehrere Jahre medizinisches Cannabis genommen, um seine Symptome zu behandeln. mic

Hatten Sie Probleme an das medizinische Cannabis zu kommen?

Ich bin in einer speziellen MS-Praxis und die Verschreibung war problemlos. Die Apotheke war dann eher das Problem. Ich war dort die erste Verordnung und die Beschaffungssituation war einfach nicht stabil. Die Wege waren oft unzuverlässig und man musste seinen Verbrauch im Voraus planen. Logistisch war das Ganze anstrengend.

Was waren Ihre Erfahrungen in Bezug auf eine mögliche Abhängigkeit?

Ich habe in der Regel 0,1 bis 0,2 Gramm am Abend genommen. Das sind wirklich sehr kleine Mengen. „High“ habe ich mich nach dem Inhalieren mit einem Cannabisverdampfer nicht gefühlt. Ein Abhängigkeitsgefühl hatte ich nie, auch nicht nachdem ich die Therapie beendet hatte. Auch Studien legen das bisher nicht nahe. Mit hohen Dosen habe ich keine eigenen Erfahrungen.

Würden Sie anderen MS-Patienten empfehlen, Cannabis einmal zu probieren?

Bei mir war es wie gesagt eine Abwägung. Wenn meine Schmerzen oder Schlafstörungen größer würden, würde ich es auch wieder nehmen. Es ist sicherlich kein Heilsmedikament. Aber je nachdem wie man andere Medikamente verträgt und mit Physiotherapie zurecht kommt, kann es eine Möglichkeit sein und einigen Menschen helfen. Man sollte aber die Kontraindikationen bedenken, also dass keine schweren psychischen Erkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegen.

Interview: Steven Micksch

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