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Bei chinesischen Touristen ist die Frankfurter Altstadt beliebt.

Urlauber

Hessen-Tourismus boomt

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Wiesbaden, Frankfurt und das Land präsentieren sich auf der ITB.

Immer mehr Menschen machen Urlaub in Hessen. Zum neunten Mal in Folge verzeichnet die Tourismusbranche ein Rekordjahr. Die Zahl der Gästeankünfte stieg um 2,3 Prozent, sagte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Mittwoch in Wiesbaden. Besonders stark boomt das Geschäft mit den Chinesen: Seit 2012 haben sich die Gästezahlen mehr als verdoppelt. Eine halbe Million Übernachtungen gingen im vergangenen Jahr auf deren Konto. „Deutschland ist das Lieblingsreiseziel chinesischer Touristen in Europa“, sagte Al-Wazir. Viele reisten über den Frankfurter Flughafen und blieben auch mal hier, um europäische Kultur kennenzulernen und zum Shoppen. „Hessen kann ihnen beides bieten.“

Seit mehr als vier Jahren gibt es eine Internetseite in chinesischer Sprache zu touristischen Angeboten. Weitere Digitalisierungsprojekte stehen im Fokus der Internationalen Tourismusbörse ITB vom 6. bis 10. März in Berlin. Hessen wird sich dort gemeinsam mit den Städten Frankfurt und Wiesbaden präsentieren. Am Stand von Hessen-Tourismus wird es statt der klassischen Flyer einen „digitalen Infopoint“ sowie 20 Tablet-PCs geben, an denen Interessierte einen Eindruck von Hessens Reisezielen gewinnen können.

Mit der örtlichen Industrie- und Handelskammer will die Wiesbaden-Marketing-Gesellschaft dort ihren neuen digitalen Einkaufs- und Gastronomie-Führer vorstellen, kündigte Wirtschaftsdezernent Oliver Franz (CDU) an. Die neue Jugendstilabteilung im Landesmuseum könnte eine Tourismusmagnet werden. Und für ihre Konzerte und Feste hat die Landeshauptstadt „Erlebnispakete“ mit Übernachtungen geschnürt. Das im Mai eröffnete Rhein-Main-Congress-Center habe die Erwartungen übertroffen, so Franz. Und der Mangel an Hotelzimmern werde dank reger Bautätigkeit diverser Investoren demnächst wohl Vergangenheit sein.

Frankfurt setzt weiter auf Geschäftsreisende. „Jede fünfte Übernachtung kommt durch Tagungen und Kongresse“, sagte Thomas Feda, Geschäftsführer der Tourismus- und Congress-Gesellschaft. Bei den Städtereisen habe die neue Altstadt Frankfurt ein „neues Allzeithoch bei den Übernachtungen“ beschert. Deren Attraktivität werde mit der Eröffnung des Struwwelpeter-Museums im Sommer noch wachsen. Weitere Highlights, von denen sich Feda Zulauf erwartet: die Van-Gogh-Ausstellung im Herbst im Städel sowie die Wiedereröffnung des Jüdischen Museums.

Sorge bereiten Al-Wazir die zurückgehenden Besucherzahlen bei den Heil- und Kurbädern. In einem Workshop sollen Ideen erarbeitet werden, wie diese für den ländlichen Raum so wichtige Branche gestärkt werden kann. Ein Viertel aller Übernachtungen in Hessen fanden 2018 dort statt.

Die Tourismus-Bilanz 2018

Die Zahl der Gästeankünfte stieg in Hessen um 2,3 Prozent auf 15,6 Millionen, die der Übernachtungen um 1,9 Prozent auf 34,7 Millionen.

Überdurchschnittlich groß ist der Anteil an ausländischen Gästen, die 23,3 Prozent der Übernachtungen buchten (Deutschland insgesamt: 18,2 Prozent).

US-Bürger führen die Hitliste der internationalen Übernachtungen mit 11,3 Prozent an, gefolgt von den Niederlanden und China (je 7,3 Prozent) sowie Großbritannien (6,7). 

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