Streckennetz

In Hessen stehen Züge mangels Personal immer wieder still

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Die Hessische Landesbahn und DB dünnen ihr Angebot aus. Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert einen Krisengipfel.

Wegen Personalmangel fallen immer wieder Züge aus. Der Fahrgastverband Pro Bahn Hessen spricht von einer „höchst brisanten Lage“ und sieht „dringenden politischen Handlungsbedarf“. Die Lage spitze sich seit Jahren zu. Aktuell seien in Hessen sowohl Regionalzuglinien der Hessischen Landesbahn (HLB) betroffen als auch der Deutschen Bahn (DB).

Als Beispiel nennt er Regionalbahnen im Wetterau-Netz, auch die Linie RB 49 von Friedberg und Hanau falle immer wieder in weiten Teilen aus. Und der Main-Neckar-Ried-Express ist nach Beobachtung der Fahrgastlobby vielfach nicht im vollem Leistungsumfang bereitgestellt.

Grund sind laut Pro Bahn „mehrere fatale Situationen“. Der Arbeitsmarkt biete zu wenig Fachkräfte, unter den Triebfahrzeugführen gebe es viele Ausbildungsabbrecher. Auch schafften viele die Prüfung nicht. Das sei kein hessisches Problem, sondern ein bundesweites. Einen weiteren Grund sehen die Fahrgastvertreter in den Ausschreibungen für Linienbündel im Regionalzugverkehr.

In der Vergangenheit habe es aus Kostengründen nur Mindestanforderungen gegeben. Die Folge: Die Räder stünden schnell still, weil es zu wenig Ersatzfahrzeuge gebe. In neuen Ausschreibungen seien zwar höhere Reservezahlen angesetzt. Doch auch die reichen nach Ansicht der Landesverbands noch nicht aus.

Die Schwierigkeiten führten dazu ist, dass es keine Bewerbungen auf neue Ausschreibungen gebe. Da dann einzig eine Direktvergabe möglich sei, erhöhe sich der Finanzbedarf für den laufenden Betrieb deutlich. Eine Verkehrswende bedingt einen deutlichen Ausbau des Netzes und des Fahrplanangebots, stellt der Landesverband fest. Er fordert Bundesregierung und Landesregierungen auf, nach Lösungen zu suchen. „Es bedarf eines Krisengipfels, um ein Gesamtprogramm zu entwickeln.“

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