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Die überwältigende Mehrheit der Hessen trägt die Maskenpflicht mit.

Landespolitik

Hessen stehen auf Maskenpflicht

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Eine HR-Umfrage zeigt überwiegend Zustimmung für den Kurs der Landesregierung. Noch nie war Ministerpräsident Volker Bouffier so beliebt.

Die Hessen ticken wie der Durchschnitt der Bundesbürger: In der Krise setzen sie verstärkt auf die CDU. Weitere Trends der am Donnerstag veröffentlichten Umfrageergebnisse des Hessischen Rundfunks (HR): Die überwältigende Mehrheit trägt die Maskenpflicht mit. Viele stimmen dem Tempo zu, in dem das Land die Corona-Auflagen lockert. Besonders strittig: der Öffnungskurs für Schulen und Kindertagesstätten. Die Grünen sind bei der Sonntagsfrage nach ihrem Höhenflug im Januar wieder bei 20 Prozent gelandet. Koalitionspartnerin Union verzeichnet ein sattes Plus von zehn Prozentpunkten und liegt bei 36 Prozent. 69 Prozent der Befragten sind mit Regierungschef Volker Bouffier (CDU) zufrieden. Ein Rekordwert für den dienstältester Ministerpräsidenten der Republik, er zieht gleich mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Die Angst vor der Ansteckung hat demnach abgenommen. Ein Drittel fürchtet das Virus, Tendenz mit dem Alter leicht steigend. Knapp vier Fünftel aller Befragten befürwortet, dass Alltagsmasken in Geschäften oder in Bussen und Bahnen getragen werden müssen. Fünf Prozent würden die Pflicht ausdehnen auf den Aufenthalt im Freien. Einzig bei den AfD-Anhängern stößt der Zwang eher auf Ablehnung. Wie die meisten Vorgaben, mit denen das Land die Verbreitung des Virus verlangsamen will.

Rund 1000 Wahlberechtigte telefonisch befragt

Das Institut Infratest Dimap hat für den HR-Hessentrend am 12. und 13. Mai rund 1000 Wahlberechtigte telefonisch befragt. Die Hälfte befürwortet das aktuelle Tempo, in dem die Koalition das Öffnen von Läden, Restaurants oder Museen betreibt. Jedem Dritten geht es zu schnell, einer deutlichen Minderheit zu langsam. Am emotionalsten läuft die Diskussion beim Thema Schulen und Kitas. 60 Prozent der Bürger stehen grundsätzlich hinter dem Kurs der allmählichen Öffnung. Je höher der Bildungsabschluss, desto lauter sind die Forderungen, mehr Gas zu geben.

In ihrer Bewertung der Ergebnisse stellen die Grünen die guten Noten für die Regierungsarbeit bei der Bewältigung der Corona-Pandemie in den Mittelpunkt. Mit 20 Prozent blieben die Grünen zweitstärkste Kraft in Hessen. An einer Rückkehr zu den Umfragewerten vor Corona werde nun gearbeitet. „Im Vergleich zum letzten Hessentrend ist noch Luft nach oben“, räumen die Landesvorsitzenden Sigrid Erfurth und Philip Krämer ein.

FDP sieht Bestätigung ihrer Arbeit

Die FDP sieht in dem stabilen Wert von sieben Prozent bei der Sonntagsfrage ein Bestätigung ihrer Arbeit: „Es zahlt sich aus, dass wir Themen wie die drohende Wirtschaftskrise und die sich in der Corona-Krise verschärfende Bildungskrise benennen“, so Fraktionschef René Rock. „Diese Momentaufnahme ist richtig bitter“, urteilt Jan Schalauske, Landesvorsitzender der Linken, deren Zustimmungswert sich halbiert hat und nun bei vier Prozent liegt. Weniger selbstkritisch Klaus Herrmann, Landessprecher der AfD, die zwei Prozentpunkte verliert: „In Anbetracht der Corona-Krise und der Berichterstattung der Medien über die AfD sind zehn Prozent ein respektables Ergebnis.“

Erleichterung bei der SPD, deren Talfahrt beendet ist und die um zwei Prozentpunkte auf 18 Prozent zulegt. Generalsekretär Christoph Degen: „Wir nehmen die leichte Verbesserung als Ansporn.“ Verantwortlich für die schlechten Werten der Grünen könne die „schwache Performance“ ihres Sozialministers Kai Klose sein, meint Degen. Mit seinen umfassenden Zuständigkeiten in der Corona-Krise müsse der Grünen-Politiker eine führende Rolle einnehmen. „Dazu bräuchte es aber Entschlossenheit, Entscheidungsfreude und die Bereitschaft zu führen – Eigenschaften, die den amtierenden Sozialminister bedauerlicherweise nicht auszeichnen.“

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