Corona-Krise in Hessen

Hessen: Soforthilfe geht an Künstlern vorbei

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Verlust wegen abgesagter Veranstaltungen in Hessen wird nicht berücksichtigt – das soll sich ändern.

Die vollständige Absage von Auftritten und Veranstaltungen bringt Musiker, Schauspieler, Tänzer und andere freie Kulturschaffende in finanzielle Schwierigkeiten. Eigentlich sollte die Soforthilfe von Bund und Land ihre Probleme mildern.

Doch nun müssen die Künstlerinnen und Künstler feststellen, dass Verluste durch ausgefallene Veranstaltungen nicht als Fördergrund akzeptiert werden. Das beklagt der Landesverband der freien Darstellenden Künste (LaProf) und hat sich mit einem Hilferuf an Kulturministerin Angela Dorn (Grüne) gewandt.

Die Soforthilfe gehe „an den Notwendigkeiten freiberuflicher Kulturschaffenden vorbei“, heißt es in einer von LaProf-Vorstandsmitglied Jan Deck verbreiteten Erklärung. Der Landesverband habe bei einer Umfrage ermittelt, dass den Künstlerinnen und Künstlern in Hessen allein bis zum Sommer Einnahmen von 3,8 Millionen Euro wegbrächen.

Ministerin Dorn hatte versprochen, dass die Hilfsprogramme auch den Kulturschaffenden zugute kommen würden. Sie hatte sich auf die entsprechenden Ankündigungen aus Berlin verlassen. Doch es kam anders.

Hessen hat sein Hilfsprogramm so eng mit dem Bundesprogramm verknüpft, dass es auf dessen Förderrichtlinien angewiesen ist. „Wir werden den Bund darum bitten klarzustellen, ob mit den Bundesmitteln der Soforthilfe auch der existenzsichernde Lebensunterhalt für Solo-Selbstständige bei Einnahmeausfällen rechtssicher einbezogen werden kann“, kündigte Dorns Sprecher Volker Schmidt auf Anfrage an.

Bei Künstler-Förderungen aus der Vor-Corona-Zeit wolle das Land zudem großzügig sein. „Bei den für die nächsten Wochen beantragten Projekten prüfen wir in Abstimmung mit den Antragstellern großzügig, ob sich das Projekt gegebenenfalls anders realisieren lässt oder später im Jahr nachgeholt werden könnte und würden in diesen Fälle die Mittel entsprechend auszahlen“, versicherte Dorns Sprecher. „Bei bereits geförderten Projekten, die nicht später oder in geänderter Form, etwa digital, stattfinden können, werden wir unseren Ermessensspielraum nutzen und auf Rückforderungen weitgehend verzichten.“

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