Corona in Hessen

Maskenpflicht in Hessen: Ohne Maske drohen sofort 50 Euro Geldstrafe

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Hessen passt seine Corona-Regeln an. Dies betrifft den öffentlichen Nahverkehr, Kitas, Schulen sowie andere Bereiche. Für Maskenmuffel wird es teuer.

  • Hessen will Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr strenger durchsetzen.
  • Wer gegen die Maskenpflicht verstößt, soll ohne Vorwarnung eine 50-Euro-Strafe zahlen.
  • Wegen des Schulbeginns in Hessen rechnet die Landesregierung mit stärker steigenden Infektionszahlen.

Hessen - Wer in Bus oder Bahn keine Maske trägt, zahlt ohne Vorwarnung 50 Euro. Weihnachtsmärkte sind unter Vorbehalt möglich. Und die klassische Rotznase in der kalten Jahreszeit führt nicht zwangsläufig zum Ausschluss aus Kita oder Schule. Das Corona-Kabinett der hessischen Landesregierung hat außerdem die Maskenpflicht in Schulen außerhalb des Unterrichts vereinbart. In Restaurants und Lokalen dürfen wieder Pfeffer- und Salzstreuer auf den Tischen stehen. Besucherinnen und Besucher von Spielhallen und Casinos müssen keine Mund-Nasen-Bedeckung mehr tragen – wohl aber das Personal.

Die am Donnerstag in Wiesbaden vorgestellten Anpassungen treten am Samstag in Kraft. Alle weiteren Corona-Regeln wurden bis 31. Oktober verlängert. So bedürfen Veranstaltungen mit mehr als 250 Menschen weiterhin der Einbindung des zuständigen Gesundheitsamts. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) stellte in Aussicht, dass die Fans von Fußball, Basketball oder Handball ihre Mannschaften wieder direkt neben dem Spielfeld anfeuern könne. Zum Monatsende werde sich die Ministerpräsidentenkonferenz mit dem Thema befassen. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass es zu einer Entscheidung kommt“, sagte Bouffier. Es gehe um mehr als um Sport, es gehe auch um Kultur.

Die Frankfurter Stadtpolizei soll künftig mit Stationskontrollen auf die Maskenpflicht pochen.

Schulstart in Hessen unter Corona-Bedingungen ist die größte Herausforderung

Bislang sei Hessen gut durch die Pandemie-Krise gekommen. Die steigenden Infektionszahlen seien „kein Anlass für Alarmismus, Hektik und den Wechsel der Grundrichtung“. Hessen bleibe besonnen und werde – je nach Entwicklung – „weiter Lockerungen beschließen oder die Schrauben anziehen“. Die größte anstehende Herausforderung sei der Schulbeginn am Montag. Mit einzelnen Infektionen sei bei so vielen Schülern zu rechnen. Gleiches gelte für die Kitas. Darauf hätten sich die Einrichtungen gut mit individuellen Konzepten vorbereitet. „Wir nehmen den Bildungsanspruch ernst.“

Schärfer durchgreifen will die Landesregierung gegen jene, die sich in Bus und Bahn der Maskenpflicht verweigern. Nach dem Einbruch im März und April seien die Fahrgastzahlen im öffentlichen Nahverkehr wieder auf Zweidrittel des Niveaus vor dem Lockdown angewachsen, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Für Montag sei mit einem weiteren Anstieg zu rechnen. Bedingung: Die Fahrgäste müssten sich sicher fühlen. „Wir sind auf die Akzeptanz angewiesen.“ Deshalb drohe jedem eine 50-Euro-Strafe, der keine Maske trägt. In Offenbach habe die Stadtpolizei dies erfolgreich durchgesetzt. Nächste Woche werde er mit der Bahn und den Verkehrsverbünden darüber sprechen.

Unterdessen erfindet eine Studentin in Dänemark eine selbstreinigende Corona-Maske. Mit spezieller Technik zerstört die Maske Viren und Bakterien - Ein Durchbruch in der Corona-Pandemie?

Kostenlose Corona-Tests für Lehrer, Erzieher und Personal an Schulen und Kitas in Hessen

Einen breiten Raum der Diskussionen im Corona-Kabinett nahm das Ende der Schulferien ein. Sowohl an Schulen wie an Kitas erhält das Personal die Möglichkeit, sich bis zu den Herbstferien fünfmal kostenlos auf Covid-19 testen zu lassen. Für beide Bereiche wurde in Zusammenarbeit mit Kinder- und Jugendärzten ein Flyer erstellt, der über den Umgang mit Erkältungssymptomen aufklärt und darüber, wie sie sich von denen von Covid-19 unterscheiden. „Eine Schnupfennase ist kein Grund, ein Kind aus der Kita auszuschließen“, sagte Sozialstaatssekretärin Anne Janz (Grüne). Sie stellte gleichzeitig klar: „Ein Kind, das eindeutig krank ist, soll zu Hause bleiben – das gilt jetzt, das galt aber auch schon vor der Corona-Pandemie.“

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) nannte Details zur bereits am Mittwoch angekündigten Maskenpflicht. Sie gilt auf dem Schulgelände außerhalb des Unterrichts. Angesichts der steigenden Infektionszahlen und der „Dynamik der Entwicklung“ habe die Landesregierung kurzfristig beschlossen, die Entscheidung darüber, anders als zunächst geplant, doch nicht den Schulleitern zu überlassen.

„Sehr, sehr skeptisch“ beurteilt der Minister das Tragen von Masken auch während des Unterrichts: „Das reduziert die pädagogische Interaktion und die Lernfähigkeit.“ Nichtsdestotrotz stehe einer Schulkonferenz offen, eine solche Regel auf freiwilliger Basis zu vereinbaren. Sanktionen bei Verstößen griffen mangels Landesverordnung in diesem Fall aber nicht. Von Jutta Rippegather

Rubriklistenbild: © Monika Müller

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