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In der Corona-Krise gilt es nicht, aber grundsätzlich werden öffentliche Verkehrsmittel beliebter.

Verkehr

Hessen sind ein mobiles Völkchen

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Die Hessen sind laut einer Studie sehr viel unterwegs. Das prädestiniert sie als Vorreiter für die Verkehrswende, meint Minister Al-Wazir.

Drei viertel aller Hessen sind täglich unterwegs. Mehr als die Hälfte mit dem Auto, ein Drittel zu Fuß, acht Prozent mit dem Rad, elf Prozent nehmen Bus und Bahn. Einen deutlichen Unterschied gibt es zwischen Stadt und Land – sowohl was die Bedeutung des Autos betrifft, als auch die des öffentlichen Nahverkehrs. Nachzulesen ist dies in der am Montag veröffentlichten hessischen Auswertung der Studie „Mobilität in Deutschland“. Die Erhebung liegt drei Jahre zurück, erlaubt nach Meinung von Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) aber gleichwohl einen Rückschluss auf Vorlieben und Gewohnheiten der Hessen.

Demnach werden Verkehrsmitteln im Ballungsraum wesentlich häufiger kombiniert (43 Prozent) als auf dem Land (13 Prozent). Für Al-Wazir eine Bestätigung, dass auch weiter in die Schiene investiert werden muss. „Hierzu gehören auch wichtige Reaktivierungsprojekte.“

Die Menschen in den zentralen Städten ländlicher Regionen wie Fulda, Marburg, Gießen und Wetzlar sind mit rund 45 Prozent am kombinationsfreundlichsten. Zunehmend an Bedeutung gewinnt der öffentliche Nahverkehr: In Frankfurt liegt die regelmäßige Nutzung bei 56 Prozent, in den übrigen Großstädten bei 43 Prozent und in den zentralen Städten des ländlichen Raus bei 27 Prozent. Mit ständig steigender Tendenz.

Die Studie

Für die Erhebun g  wurden im Jahr 2017 Mobilitätsdaten aus rund 11 500 hessischen Haushalten erhoben. Bundesweit flossen Daten aus 156 000 Haushalten ein.

Die Vorstellung  der Ergebnisse war erst nach Berücksichtigung des Zensus 2011 in den Daten der Vergleichsuntersuchungen 2002 und 2008 möglich. 


Mehr Informationen  unter
www.mobilitaet-in-deutschland.de

Die bewegungsfreundliche Bevölkerung mache Hessen zu einem „Hotspot der Mobilität“, meint Al-Wazir. Das bedeutet gute Verbindungen, aber auch „besonders große Auswirkungen“ des Verkehrs, womit er wohl die negativen meint. „Gleichzeitig sind dies die besten Voraussetzungen, um Vorreiter in der Verkehrswende zu werden.“

Maßgeblich für die Wahl eines Verkehrsmittel sei, dass es bezahlbar ist, verfügbar, zuverlässig und miteinander zu kombinieren. Für eine erfolgreiche Verkehrswende seien zudem umwelt- und klimafreundliche Alternativen zum Auto notwendig. „An diesem Gesamtpaket arbeiten wir nicht nur mit einem Ausbau der Schieneninfrastruktur, mit Flatrate-Tickets und neuen Radverbindungen, sondern auch, indem wir marode Straßen sanieren und Kommunen beim Bau von Fuß- und Radwegen oder der Anlage von Park-&-Ride-Plätzen unterstützen.“

Hoffnung setzt der Grünen-Politiker in den Nachwuchs. Obgleich es zur Zeit der Erhebung noch kein Schülerticket gab, waren sie die intensivsten Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs. „Wir können also davon ausgehen, dass die Nutzerzahlen in dieser Gruppe noch größer geworden sind.“

Auch das Fahrrad sei bei den Jüngeren beliebter als bei den Älteren. Und wer erst mal auf den Geschmack komme, bleibe dabei – auch das geht aus der Studie hervor: Wer das Rad sehr regelmäßig nutzt, tut dies häufig bis ins hohe Alter. Daraus schließt Al-Wazir, dass die Akzeptanz damit wächst, wie früh das umweltfreundliche Vehikel als alltagstauglich und sicher kennengelernt und genutzt wird. „Es ist ganz klar: Junge Menschen sind entscheidend für den Erfolg der Verkehrswende.“

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