+
Hessische Handwerksbetriebe suchen Fachkräfte - das wird immer schwieriger.

Hessen

Schwierige Fachkräfte-Suche

  • schließen

Hessens Handwerksbetriebe tun sich beim Finden neuer Mitarbeiter häufig schwer. Das zeigt eine neue Umfrage.

Zwei Drittel aller hessischen Handwerksbetriebe haben im Laufe des vergangenen Jahres nach Fachkräften gesucht – längst nicht alle erfolgreich. Wie eine Umfrage der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern zeigt, setzen die meisten bei der Suche auf klassische Kanäle wie die Bundesagentur für Arbeit oder Zeitungsanzeigen. Vor allem größere Betriebe nutzen auch Social Media oder setzen Onlineplattformen ein.

Die Schwierigkeiten, Personal zu finden, sind in den vergangenen Jahren noch deutlich größer geworden. Gründe dafür sind vor allem die demografische Entwicklung und die zunehmende Neigung, ein Studium statt einer Ausbildung zu beginnen.

Aktionswoche

Unter dem Motto „Menschen in Arbeit – Fachkräfte in den Regionen“ finden vom 16. bis zum 27. September bundesweit Aktionswochen zur Fachkräftesicherung statt.

Weitere Informationen dazu gibt es auf den Seiten des Bundesministeriums für Arbeit unter www.bmas.de 

Um dennoch genügend mögliche Arbeitskräfte zu finden, ziehen die Betriebe ein breites Spektrum an möglichen Mitarbeitern in Betracht. So sprechen sie gezielt auch Absolventen mit höheren Schulabschlüssen an oder bemühen sich um Berufsrückkehrer und Quereinsteiger.

Um tatsächlich Fachkräfte zu gewinnen, setzen die Handwerksbetriebe häufig auf finanzielle Anreize. So bieten viele Erfolgsprämien, eine übertarifliche Bezahlung, eine betriebliche Altersvorsorge oder auch Zuschüsse zum Handy, dem öffentlichen Nahverkehr oder für das Fitnessstudio. Allerdings gibt es nur bei jedem zehnten Betrieb spezielle Angebote zur Gesundheitsförderung oder Hilfen bei der Betreuung von Kindern oder der Pflege von Angehörigen. Nach Ansicht der Handwerkskammern sind das Bereiche, die noch ausgebaut werden könnten.

Deutliche Unterschiede hat die Befragung hinsichtlich der Größe der Betriebe ergeben. Vor allem kleinere Firmen mit bis zu neun Mitarbeitern tun sich bei dem Finden neuer Fachkräfte häufig schwer. Größere verfügen offenbar über mehr Möglichkeiten und können mehr Geld und Arbeitszeit in die Suche investieren. Allerdings berichten auch die größeren Unternehmen von aufwendigen und langen Anstrengungen bei der Rekrutierung. Problemlos funktioniert die Stellenbesetzung auch bei ihnen nicht. Ein knappes Drittel wurde erst nach langer Suche fündig, ein weiteres knappes Drittel konnte offene Stellen überhaupt nicht besetzen.

An der Erhebung im September und Oktober vergangenen Jahres hatten sich knapp 700 Betriebe beteiligt. Die gesammelten Umfrage-Ergebnisse gibt es unter www.handwerk-hessen.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare