Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

So nicht mehr: Hessens Landesregierung will sich für mehr Tierwohl in der Schweinehaltung einsetzen.
+
So nicht mehr: Hessens Landesregierung will sich für mehr Tierwohl in der Schweinehaltung einsetzen.

Verbraucher

Schweine können wühlen

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
    schließen

Das Land fördert ein Pilotprojekt für Tierwohl. Hessens Landwirte arbeiten freiwillig mit Handel zusammen.

Hessens Landesregierung setzt sich für mehr Tierwohl bei der Schweinehaltung ein. Ein Modellstall für 94 Ferkel des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen, der sich mit mehr Platz und neuer Technik stärker an den Bedürfnissen der Tiere orientiert, wird mit mehr als 350 000 Euro vom Land gefördert.

Der Landesbetrieb gehe mit seinem Projekt als Vorbild voran und zeige, wie eine tierwohlgerechte und umweltschonende Schweinehaltung aussehen kann, sagte Landwirtschaftsministerin Priska Hinz (Grüne). Die Landwirte seien solchen Neuerungen durchaus aufgeschlossen, betonte Bernd Weber, Sprecher des Hessischen Bauernverbands, gegenüber der Frankfurter Rundschau auf Anfrage. Bei der freiwilligen Initiative Tierwohl etwa arbeite der Handel mit der Landwirtschaft in dieser Richtung zusammen.

Doch mehr Platz in den Ställen oder Spielzeug für die Tiere gebe es nicht zum Nulltarif. Und die Erfahrung zeige: „Die Bereitschaft der Verbraucher, mehr zu zahlen, ist überschaubar.“ Wichtig sei auch, die hiesigen Landwirte nicht zu überfordern. Sonst bestünde die Gefahr, dass sie aufgäben. „Dabei wollen doch alle regional.“

Initiative Tierwohl

Unternehmen und Verbände aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel wollen die Standards in der Nutztierhaltung für Schweine und Geflügel verbessern. Aktuell profitieren eigenen Angaben zufolge bundesweit rund 600 Millionen Schweine, Hähnchen und Puten. Die Händler finanzieren den Mehraufwand. Mehr Informationen unter: https://initiative-tierwohl.de

Der Modellstall am Landwirtschaftszentrum Eichhof in Bad Hersfeld bietet den Ferkeln nach Angaben des Ministeriums Möglichkeiten zum Wühlen am Boden mit Stroh und Heu. Es gibt einen beheizbaren und abgedeckten Ruhe- und einen Schlafbereich sowie ausreichend Platz zum Fressen. Außerdem werde darauf geachtet, die Tiere bis zum Mastende im Familienverbund zu lassen. Mit dem Einsatz eines Förderbandes sei zudem ein neues Entmistungssystem entwickelt worden. Der Urin läuft dabei durch das Band ab, der Kot wird durch ein Schiebersystem in regelmäßigen Abständen aus dem Stall heraus transportiert.

So gebe es weniger Verletzungen, und die Kot-Harn-Trennung reduziere die Ammoniakdämpfe, teilte Hinz mit. Mit diesem Vorgehen werde das Tierwohl verbessert, die Weiterverwertung von Kot und Harn erleichtert. Damit würden auch Treibhausgasemissionen gesenkt. Durch eine integrierte Messtechnik könnten zudem neue Informationen zu den Umweltauswirkungen der Tierhaltung gesammelt werden. Neben den Tieren profitiere auch die Umwelt von solchen Systemen, die Emissionen wie etwa CO2 reduzieren, erklärte die Landwirtschaftsministerin. Aufgrund der Treibhausgaseinsparungen fördere das Umweltministerium den Stall über den Klimaschutzplan mit mehr als 350 000 Euro. Nach einer Bauphase von zehn Monaten wurde er im November in Betrieb genommen. (mit dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare