Asyl

Hessen schiebt Schüler nach Madrid ab

  • Pitt v. Bebenburg
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Asylaktivisten protestieren gegen den Transport eines jungen Guineers in den „Corona-Hotspot“. Er war vor seiner Schule aufgegriffen worden.

Ein 19-jähriger Mann aus dem westafrikanischen Guinea, der von der Polizei vor gut zwei Wochen vor seiner Schule in Witzenhausen abgeholt worden war, ist nach Madrid abgeschoben worden. Das berichtete der Arbeitskreis Asyl Witzenhausen, der nach eigenen Angaben im Kontakt mit dem jungen Mann steht, am Freitag. Der Arbeitskreis beklagte, der Guineer sei damit in einen „Corona-Hotspot“ gebracht worden. Die Gruppe nannte es „grob fahrlässig, Menschen bewusst und gezielt in diese Gefahr zu bringen“.

Spanien ist für das Asylverfahren des 19-Jährigen zuständig, weil er dort zuerst europäischen Boden betreten hatte. Trotz des Anstiegs der Corona-Fälle besteht nach Auskunft des hessischen Innenministeriums kein Stopp von Rückführungen in dieses Land.

Die Polizei hatte den jungen Mann auf der Treppe seiner Schule festgenommen und zunächst in Abschiebehaft im rheinland-pfälzischen Ingelheim genommen. CDU und Grüne haben zwar 2018 in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben, dass Abschiebungen aus Bildungs- und Betreuungseinrichtungen zu vermeiden seien, nachdem es solche Fälle gegeben hatte. Nach Auffassung des Innenministeriums wurde diese Zusage eingehalten, da der junge Mann „nicht innerhalb einer Bildungseinrichtung“ , sondern außerhalb des Schulgebäudes aufgegriffen worden sei.

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