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Hand und Fussfesseln trägt ein junger Mann aus Afghanistan, den Polizisten zur Abschiebung zum Flughafen bringen.

Zuwanderung

Hessen schiebt bisher fast 1600 Menschen ab

In Hessen dürften in diesem Jahr ähnlich viele Menschen abgeschoben werden wie 2018.

Die Zahl der Abschiebungen lag von Januar bis November bei 1578, im Gesamtjahr 2018 bei 1754 Personen, wie das Innenministerium in Wiesbaden der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. „Das Niveau ist ungefähr gleichbleibend“, sagte ein Sprecher. Der Dezember-Wert müsse aber noch abgewartet werden.

Etwas größer ist der Unterschied bei den abgelehnten Asylbewerbern, die das Land verlassen mussten. In den ersten elf Monaten dieses Jahres gab es laut Ministerium in diesem Bereich 1189 Abschiebungen. Im gesamten Jahr 2018 hatten 1506 erfolglose Asylbewerber ausreisen müssen.

Nach Aufschlüsselungen für die ersten elf Monate 2019 stammten die Abgeschobenen aus Afghanistan (110), Algerien (101), Albanien (93), Iran (91) und Marokko (88).

Unter den Abschiebungen befinden sich auch spektakuläre Fälle. Im November war bekannt geworden, dass ein wegen Anschlagsplänen verurteilter Iraker in sein Land habe zurückkehren müssen. Der Mann hatte sich dagegen vergeblich gewehrt. Der junge Mann war als 20-Jähriger im September zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden, weil er mit Schwarzpulver aus 50 China-Böllern einen islamistischen Anschlag geplant hatte. (Aktenzeichen 4 L 1377/19.KS).

Im Februar schob Hessen einen 21-jährigen sogenannten Gefährder in die Türkei ab. Der junge Mann wurde nach Angaben des hessischen Innenministeriums von Sicherheitsbegleitern der Bundespolizei am Flughafen Istanbul übergeben. Der junge Mann soll tief in der radikalen Salafistenszene verankert gewesen sein. Gegen seine Abschiebung hatte der junge Mann beim Bundesverwaltungsgericht geklagt. Das Gericht hatte die Klage Anfang Februar abgewiesen. (dpa)

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