Glyphosat

Hessen: Feldverweis für Gift

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Ein Bündnis kämpft gegen Glyphosat: Das umstrittene Pflanzenvernichtungsmittel soll aus Stadt und Region verbannt werden.

Der „Runde Tisch glyphosatfreies Frankfurt“ will mit der hessischen Landesregierung kooperieren, um einen flächendeckenden Verzicht auf das Pflanzengift zu erreichen. Das berichtet die Sprecherin des Aktionsbündnisses, Claudia Lenius, nach dem zweiten Treffen der Teilnehmer. Das Bündnis haben Vertreter der Umweltverbände Nabu, Greenpeace, Naturfreunde, BUND und weitere Gleichgesinnte im vorigen Jahr gegründet.

Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) habe bereits im vergangenen Sommer das Ende des Glyphosat-Einsatzes in Aussicht gestellt, sieht Lenius gute Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit.

Beispiel aus der Praxis 

Am zweiten Treffen nahmen Vertreter von CDU, Grünen, Verkehrsgesellschaft Frankfurt, der Deutschen Bahn sowie Frankfurter Landwirte teil. Arnd Verschwele vom Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, selbst Nebenerwerbslandwirt, skizzierte, wie man auf Acker und Schiene von Glyphosat loskommt. Bereits seit fünf Jahren arbeitet er als konventioneller Landwirt ohne den Einsatz des stark umstrittenen Pestizids. Das Mittel wird von vielen Wissenschaftlern als krebserregend eingestuft und es dezimiert Insekten, weil es Wildpflanzen zerstört.

Landwirte und Bahn-Vertreter könnten sich durchaus vorstellen, ohne solche systematisch wirkenden Wildkrautvernichtungsmittel auszukommen und testeten bereits alternative Methoden, berichtet Claudia Lenius. Sie begrüßt, dass sich auch die Frankfurter Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) schon im vergangenen Jahr „deutlich für eine Unterstützung der Ziele des Bündnisses ausgesprochen hat“.

Das Aktionsbündnis glyphosatfreies Frankfurt fordert die Stadt auf, das Gift innerhalb ihrer Stadtgrenze zu verbannen. Gut 50 deutsche Städte und Gemeinden, etwa Wiesbaden, hätten dies laut BUND schon beschlossen. Künftig, so die Hoffnung, sollen sich auch Stiftungen am Runden Tisch beteiligen, die einen großen Teil der Ackerflächen in der Region verpachtet haben.

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