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Blick auf Erbach (vorne) und Michelstadt. Foto: Andreas Arnold
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Blick auf Erbach (vorne) und Michelstadt.

Mobilität

Hessen: Radfahren im ländlichen Raum

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
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Welche Schwierigkeiten und Chancen es gibt, um den Rad- und Fußverkehr auch im ländlichen Raum zu fördern, zeigt der Nahmobilitätskongress.

Fürs Radfahren und den Fußverkehr stehen in diesem Jahr und in den kommenden Jahren hohe Fördersummen bereit (siehe Kasten). Darauf wies der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) auf dem virtuellen Nahmobilitätskongress hin, wo Vertreterinnen und Vertreter der Städte und Kommunen zusammenkamen, um sich auszutauschen und zu vernetzen.

Am Geld scheitere es nicht, wenn ein Radweg nicht gebaut werde, sagte Al-Wazir. Bei der Landesbehörde Hessen Mobil seien 160 Radprojekte in Planung. 2014 seien es nur 20 gewesen. Auch biete das Land Musterlösungen für die Planung von Radwegen an, Fortbildungen für Verwaltungsangestellte und Nahmobilitätschecks in den Kommunen.

Die Impulse für den Radverkehr kämen aus den Metropolen über das Umland in die ländliche Region, wo die Bedeutung des Autos nach wie vor hoch sei, sagte Stephan Kelbert (parteilos), der Bürgermeister von Michelstadt. Auf dem Land hätten sich E-Bikes als Verkaufsschlager erwiesen. „Die E-Bikes machen den Odenwald flach“, sagte er. Für die gesamte Mittelgebirgsregion hätten sie eine enorme Bedeutung, um Fahrten mit dem Auto zu ersetzen.

Radverkehr

27,3 Kilometer Radwege an Landesstraßen und 30,9 Kilometer an Bundesstraßen sind zwischen 2014 und 2020 in Hessen neu- oder ausgebaut worden. Im vergangenem Jahr kamen noch mal 5,2 Kilometer hinzu.

Für 2021 bis 2023 stehen insgesamt 76,5 Millionen Euro für Nahmobilitätsprojekte der Kommunen bereit. Hinzu kommen zusätzlich 43 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm “ Stadt und Land“ . jur

In Deutschland legen Menschen nach wie vor jede zweite Fahrt unter fünf Kilometer mit dem Auto zurück. Das sind Strecken, die sich ähnlich schnell mit dem Fahrrad oder dem E-Bike zurücklegen ließen, wenn die Infrastruktur es zulässt.

Claudia Jäger (CDU), die Erste Kreisbeigeordnete im Kreis Offenbach, betonte, wie wichtig die Radschnellwege seien, die unter anderem zwischen Seligenstadt und dem Frankfurter Flughafen, zwischen Hanau und Frankfurt sowie Darmstadt und Frankfurt geplant seien. Beim Radschnellweg Darmstadt-Frankfurt, der nicht durchgängig vier Meter breit, asphaltiert und beleuchtet sein wird, also Raddirektverbindung heißen muss, stehe der Spatenstich für den Abschnitt in Langen nächste Woche bevor, sagte sie. Der erste Abschnitt in Egelsbach ist fertig.

Schwierigkeiten sehen Jäger, Kelbert und Rainer Vogel (Grüne), Umweltdezernent in Nidderau, teilweise in der Zusammenarbeit mit Hessen Mobil. Die Landesbehörde informiere spät über Planungen und reagiere unflexibel auf die Wünsche der Kommunen. Konflikte gebe es auch, wenn Radwege durch den Wald oder an Äckern entlang geführt werden sollten, weil der Wald nicht asphaltiert und beleuchtet werden dürfe und Landwirte nicht unbedingt einen Radweg neben ihrem Acker haben wollten.

Das größte Problem sei aber das fehlende Personal. Die Fördermittel, die es gebe, könnten nicht vollständig abgerufen werden, weil Angestellte fehlten, um Förderanträge auszufüllen, Rechtssicherheit herzustellen und die Planungen voranzutreiben.

Al-Wazir kündigte an, die Vergabeverordnung in Hessen werde von September an aktualisiert, um Vergaben unter einer Viertelmillion Euro zu erleichtern. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hessen Mobil nahm er in Schutz. „Am besten ist es, frühzeitig zu reden, anstatt Schriftsätze auszutauschen.“

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