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Hessen: Polizist hat keine Dienstmunition unterschlagen

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Von: Hanning Voigts

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Der Verdacht gegen einen hessischen Polizisten hat sich nicht erhärtet. Foto: dpa
Der Verdacht gegen einen hessischen Polizisten hat sich nicht erhärtet. © Boris Roessler/dpa

Ein hessischer Polizist stand unter Verdacht, dienstliche Munition entwendet zu haben. Die Ermittlungen in dem heiklen Fall wurden aber inzwischen eingestellt.

Der Verdacht gegen einen hessischen Polizisten, dem vorgeworfen wurde, dienstliche Munition unterschlagen zu haben, hat sich nicht erhärtet. Wie Florian Breidenbach, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiesbaden, der Frankfurter Rundschau auf Anfrage mitteilte, sind die Ermittlungen gegen den Beamten Mitte November vergangenen Jahres eingestellt worden, weil der Verdacht sich nicht bestätigen ließ.

Der Fall, der im Juni vergangenen Jahres durch Recherchen der FR öffentlich bekannt geworden war, hatte einiges Aufsehen erregt. Erst kurz zuvor war nämlich bekannt geworden, dass im Polizeipräsidium Frankfurt Schusswaffen und Munition aus der Asservatenkammer verschwunden waren. In diesem Komplex laufen weiterhin Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen einen Kriminalkommissar.

Hessen: Zusammenhang mit dem „Nordkreuz“-Komplex

Der Verdacht, dass ein weiterer hessischer Polizist Dienstmunition unterschlagen haben könnte, war zunächst bei der Staatsanwaltschaft Schwerin aufgekommen. Im Zuge von Ermittlungen gegen Marko G., einen früheren Elitesoldaten und Angehörigen eines Spezialeinsatzkommandos aus Mecklenburg-Vorpommern, war die Behörde auf E-Mails und Chatnachrichten des hessischen Polizisten gestoßen, die auf eine Unterschlagung dienstlicher Munition hindeuteten. Marko G. hatte Anfang 2016 das rechtsextreme Netzwerk „Nordkreuz“ mit begründet, bei ihm waren Sprengmittel, Waffen und Tausende Schuss Munition gefunden worden, darunter auch sogenannte Behördenmunition.

Die Staatsanwaltschaft Wiesbaden hatte das Verfahren gegen den hessischen Polizisten übernommen und seine Wohnung durchsuchen lassen. Dabei war aber keine Munition gefunden worden, die zu dem Vorwurf passte. Parallel war überprüft worden, ob in hessischen Polizeidienststellen Geschosse fehlten.

(Hanning Voigts)

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