Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Den Wald sich selbst überlassen: Äste und Baumstämme bleiben liegen.
+
Den Wald sich selbst überlassen: Äste und Baumstämme bleiben liegen.

Naturschutz

Hessen plant nächsten Schritt zum Urwald

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
    schließen

Das Land will 34 Gebiete unter Naturschutz stellen. Die Naturschützer melden Nachbesserungsbedarf an.

Hessen will 34 Naturwälder im Staatswald zu Naturschutzgebieten umwandeln. Für die ersten sieben Gebiete begann jetzt ein Anhörungsverfahren. Der Naturschutzbund (Nabu) Hessen begrüßt das Vorhaben. Es garantiere den rechtlichen Schutz vor Holzeinschlag, sagt Landesvorsitzender Gerhard Eppler. Das sei entscheidend für die Entwicklung der Urwälder von morgen, die sehr lange Zeiträume bräuchten. Der vorgelegte Verordnungsentwurf geht ihm allerdings nicht weit genug. Seine Kritik entzündet sich unter anderem daran, dass die ganzjährige Aufarbeitung von durch Borkenkäfer befallenes Nadelholz zulässig sein soll.

Rund zehn Prozent des hessischen Staatswalds sind inzwischen als Naturwälder ausgewiesen. „Dort findet keine Waldbewirtschaftung mehr statt und die Natur wird sich weitestgehend selbst überlassen“, sagt Umweltministerin Priska Hinz (Grüne). Die 34 größten Gebiete sollen nun dauerhaft geschützt werden. Sie messen zwischen 100 und rund 1300 Hektar. Davon liegen 16 in Nordhessen, fünf in der Mitte des Landes und 13 in Südhessen.

Die Gebiete

Für sieben von insgesamt 34 Gebieten im Staatswald haben jetzt die Anhörungsverfahren begonnne.

Im Regierungspräsidiums Gießen sind das folgende Flächen: Lahnwälder bei Katzenbach (Forstamt Biedenkopf), Oberes Niddatal und Forellenteiche (Schotten), Schelderwald (Herborn), Feldatal (Romrod und Schotten)

Im Regierungspräsidium Kassel: Rückersberg, Hainberg (beide Burghaun), Himmelsberg“ (Fulda). jur

In Naturwäldern könnten sich alte Buchenwälder und seltene Waldtypen wie Erlenbrüche, Auewälder und Trockenwälder entwickeln, sagt Hinz. „Sie sind ein idealer Rückzugsort für besonders störungsempfindliche Arten wie Schwarzstorch oder Waldfledermäuse.“ Das Totholz biete diversen Vogel- und Käferarten einen optimalen Lebensraum. „Mit dem besonderen Status als Naturschutzgebiet ist diese ungestörte Naturentwicklung dauerhaft rechtlich abgesichert.“

Erster Schritt ist das Anhörungsverfahren für die ersten sieben Gebiete. Behörden, Verbände, Kommunen, Gemeinden oder private Nutzungsberechtigte, etwa Jagdpächter, können sich zu dem Vorhaben äußern. Die von ihnen vorgetragenen Belange werden anschließend abgewogen und fließen gegebenenfalls in den Verordnungstext ein.

Auch der Nabu beteiligt sich daran. Das Ausweisen der Naturwälder hat den Waldschutz in Hessen „ein großes Stück vorangebracht“, lobt der Landesvorsitzende. Kritik an den vorgelegten Verordnungsentwürfen haben die Naturschützer dennoch. Die ganzjährige Aufarbeitung von durch Borkenkäfer befallenes Nadelholz sei eine zu große Störung, sagen sie. Sie fordern eine Begrenzung auf die Wintermonaten und auch nur übergangsweise bis 2025. Nach maximal zehn Jahren soll nach ihrer Ansicht Schluss sein mit steuernden Schritten zur Pflege und Entwicklung. Auch sie stellten eine Störung da. Die Naturwälder sollten ganz in Ruhe gelassen werden, meint Eppler. Müssten Bäume aus Sicherheitsgründen entlang von Wanderwegen gefällt werden, sollten sie liegenbleiben. Das verhindere einen „übermäßigen, wirtschaftlich motivierten Holzeinschlag“. Gleichzeitig entwickelten sich neue Totholzlebensräume.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare