Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

dpa_20090101_201123-90-0098_3
+
Fieberhaft arbeiten die Hersteller an Impfstoffen. Parallel dazu bauen Kommunen und Landkreise Zentren auf. dpa

Gesundheit

Hessen plant 30 000 Corona-Impfungen an einem Tag

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
    schließen

Hessens Zentren sollen auch an Wochenenden arbeiten. Ohne Einladung gibt es keine Impfung.

Am Montag gab der Innenminister den „Einsatzbefehl“. Bis 11. Dezember müssen alle Landkreise und kreisfreien Städte in Hessen „Betriebsbereitschaft in den Impfzentren herstellen“. Ein fiktiver Termin, aber kein unwahrscheinlicher. Starten kann die Massenimpfung erst, wenn erste Chargen des Serums gegen Corona da sind. Geht es nach dem Plan der Landesregierung, ist acht bis neun Monate später die Herdenimmunität erreicht.

30 000 Impfungen am Tag sind das Ziel. Selbst an Wochenenden sollen die voraussichtlich 30 Zentren in Hessen von 7 bis 22 Uhr geöffnet sein. Wie viele Anlaufstellen die fünf kreisfreien Städte und 21 Landkreise tatsächlich einrichten, sei ihre Entscheidung, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag in Wiesbaden. Er halte zwei Zentren für größere Städten für sinnvoll - in Frankfurt etwa am Flughafen und der Messe. Ergänzend kommen die vom Bund empfohlenen mobilen Impfteams hinzu, die Menschen in Alten- oder Pflegeheimen oder daheim versorgen.

Bei den Prioritäten orientiert sich Hessen ebenfalls an den Empfehlungen, die unter anderen Ethikrat und Leopoldina ausgearbeitet haben. Alte und chronisch Kranke erhalten als erste das Angebot, gefolgt von Vertretern systemrelevanter Berufe wie Ärzt:innen, Pflegekräfte, Beschäftigte der Polizei oder Feuerwehr. Impfwillige können nicht einfach in ein Zentrum marschieren, sondern nur auf Einladung. In seinem Ministerium werde derzeit an einer IT-Lösung auf Basis der Software für die Wahlbenachrichtigungen gearbeitet, sagte Innenminister Peter Beuth (CDU). Jeder muss zwei Mal geimpft werden. Sechs Millionen Hessen nach einer Prioritätenliste zu versorgen, sei „eine historische Herausforderung“. Seit Wochen stehe die Landesregierung im Gespräch mit den Vertretern der Kommunen, der Ärzt:innen und Hilfsorganisationen.

Der Bund organisiert den Impfstoff, gibt ihn an die Länder, die sie wiederum an die Landkreise beziehungsweise kreisfreien Städte verteilen. Schon vor Wochen hatte die Landesregierung mit dem Beschaffen von Kanülen, Spritzen und Desinfektionsmitteln begonnen. Kühlkapazitäten sind im Aufbau - gewisse Impfstoffe müssen bei Temperaturen von bis zu minus 70 Grad Celsius gelagert werden.

Doch die Herausforderung betrifft nicht alleine den Aufbau der Infrastruktur. Das Mitwirken der Ärzteschaft ist essenziell, um die avisierte Impfquote von 60 bis 70 Prozent zu erreichen. Das Impfen selbst kann medizinisches Fachpersonal übernehmen, sagte Bouffier. Doch für das vorgeschaltete Aufklärungsgespräch schreibe der Gesetzgeber die Anwesenheit eines Arztes vor. Angesichts der knappen Ressourcen in den Kliniken setze er auf die Unterstützung der Niedergelassenen, der Pensionäre und Betriebsärzte. Die Bundeswehr habe Hilfe zugesagt, auch das DRK. Noch könnte es Änderungen geben. Doch: „Wir sind in Hessen sehr gut vorbereitet.“

Sozialminister Kai Klose (Grüne) ergänzte: „Wir wollen, dass alle bestmöglich medizinisch betreut werden.“ Er appellierte, das freiwillige und kostenlose Angebot zu nutzen. „Impfen ist ein ganz wichtiger Beitrag dafür, dass sich möglichst wenig Menschen anstecken.“

Die Impfstrategie gebe der Bevölkerung Hoffnung auf einen Weg aus der Krise, sagte SPD-Fraktionsvorsitzende Nancy Faeser. „Doch trotz der wochenlangen Vorbereitung sind noch viele Fragen unbeantwortet.“ Die Kommunen müssten dringend finanziell, aber vor allem personell unterstützt werden. „Seit Monaten sind die Personalengpässe im öffentlichen Gesundheitsdienst bekannt und jetzt mutet die schwarz-grüne Landesregierung weitere schwere Belastungen zu.“

Der gesundheitspolitischer Sprecher der FDP, Yanki Pürsün, bezweifelte, dass die Zentren Mitte Dezember betriebs- bereit sind. Die Kapazitäten müssten höher gesetzt werden, als die Landesregierung sie derzeit plane. „Ziel muss es sein, dass bis Mitte kommenden Jahres alle eine Impfung bekommen haben.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare