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Von einem Hubsteiger aus versuchen Feuerwehrmänner, das Blechdach eines Kirchturms im Gallus zu sichern.

Sturmtief „Eberhard“

Sturm und Glätte sorgen in Hessen für Einschränkungen im Berufsverkehr

Auch am Tag nachdem Sturmtief „Eberhard“ Bäume ausgerissen hat, gibt es in Hessen Einschränkungen im Bahnverkehr - teils auch wegen Glätte.

Heftige Sturmböen und Straßenglätte haben den Pendler- und Reiseverkehr in Hessen am Montagmorgen teils stark beeinträchtigt. Nach dem Sturmtief „Eberhard“ müssten sich Reisende weiter auf Verspätungen und Ausfälle im Bahnverkehr einstellen, teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn mit. Betroffen seien vor allem Züge, die aus Nordrhein-Westfalen kommen. Am Frankfurter Flughafen wurden dagegen keine Probleme gemeldet. Am späten Sonntagabend habe es wegen des Wetters einige Verspätungen gegeben, sagte ein Sprecher. Derzeit seien aber keine Ausfälle oder größere Verspätungen absehbar.

Auch im Regionalverkehr und auf den Straßen im Land kam es zum Start in die Woche Behinderungen. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) meldete etwa wegen eines umgestürzten Baums Ausfälle im Busverkehr im Landkreis Offenbach, auch die Bahnstrecke zwischen Grävenwiesbach und Bad Homburg ist gesperrt (alle RMV-Meldungen finden Sie hier). Im Wiesbadener Yachtclub drohte eine Steganlage wegen des Sturms abzureißen. Die Berufsfeuerwehr habe aber Schlimmeres verhindert. Im südhessischen Bensheim wurde in der Karl-Kübel-Schule der Ausfall des Unterrichts wegen Sturmschäden am Schulgebäude gemeldet.

Die Polizei in Westhessen warnte vor teils schneebedeckten Straßen. Wegen winterlicher Verhältnisse in Mittelhessen durften Lastwagen über 3,5 Tonnen nur den rechten Fahrstreifen auf Autobahnen benutzen, wie das Straßen- und Verkehrsmanagement „Hessen Mobil“ mitteilte.

Umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer

Sturmtief „Eberhard“ sorgte am Wochenende in Hessen durch umgestürzte Bäume für Ausfälle und Verspätungen im Regionalverkehr. Nach Angaben des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) waren am Sonntagnachmittag gleich mehrere Linien von Oberleitungsstörungen durch umgestürzte Bäume betroffen. So verkehrten die S-Bahnen der Linie S6 wegen einer Oberleitungsstörung nur zwischen dem Frankfurter Südbahnhof und Wöllstadt Bahnhof. Auf der Strecke der S2 stand im Bereich Lorsbach nur ein Gleis zur Verfügung, da Äste in die Oberleitung geweht worden waren. Ein umgestürzter Baum machte eine Streckensperrung zwischen dem Hauptbahnhof Hanau und Kahl-Bahnhof nötig, von der mehrere Regionalzüge betroffen waren.

Am Frankfurter Flughafen herrschten nach Angaben einer Sprecherin starke Seitenwinde, die vorübergehend eine Schließung der Startbahn 18 West nötig machten. Es habe bis 21 Uhr am Sonntagabend 53 Flugannullierungen gegeben, von denen aber nicht alle wetterbedingt waren, teilte die Sprecherin mit. Es kam zu zahlreichen Verspätungen, die sich „aber noch im Rahmen hielten.“

Auf der Autobahn 65 zwischen den Anschlussstellen Neustadt Nord und Süd musste die Polizei Ackerfolien beseitigen, die von benachbarten Äckern auf die Autobahn geweht worden waren. Für den betroffenen Streckenabschnitt gab es eine Geschwindigkeitsbegrenzung, da es nicht möglich war, alle Folien auf dem Ackergelände zu beseitigen.

Die Frankfurter Feuerwehr schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, dass es bis 21 Uhr rund 130 wetterbedingte Einsätze im Frankfurter Stadtgebiet gegeben habe, um beschädigte Dächer, umgestürzte Bäume oder lose Bauteile zu sichern. „Wer kann, sollte den Aufenthalt im Freien vermeiden“, hieß es in einer anderen Meldung.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hob seine Unwetterwarnungen in der Nacht zum Montag auf. Die Experten warnten lediglich noch vor orkanartigen Böen, insbesondere in Hochlagen. In der Wettervorhersage für Hessen werden noch zeitweise starke bis stürmische Böen zwischen 50 und 75 Kilometern pro Stunde gemeldet. Neben Wind gibt es Regen und Gewitter. Am Nachmittag soll sich die Wetterlage dann aber beruhigen. In der Nacht kann es sich auf bis zu null Grad abkühlen - die Meteorologen rechnen in Hessen mit Frost.

400 Fahrgäste harren stundenlang in defektem ICE aus

Wegen des Sturmtiefs „Eberhard“ haben am Sonntagabend rund 400 Fahrgäste eines Intercity-Zuges mehr als drei Stunden lang im nordhessischen Wabern ausharren müssen. Wegen einer technischen Störung am Fahrzeug hatten die Passagiere auf einen Ersatzzug warten müssen, wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Abend mitteilte. Weil umgestürzte Bäume die Schienen blockierten, kam der Ersatzzug aus Kassel erst gegen 21 Uhr dort an, wo der IC 2375, der von Westerland in Richtung Karlsruhe unterwegs war, gegen 17.30 Uhr gestrandet war. Man habe die Reisenden zwischenzeitlich mit Essen und Getränken versorgt, sagte die Sprecherin.

Die technische Störung an dem liegengebliebenen IC-Zug hatte nach Angaben der Bahn nichts mit dem Sturmtief zu tun. Nach dem Umstieg fuhr der Ersatzzug die planmäßige Route des IC nach Karlsruhe weiter. (dpa/FR)

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