+
70 Jahre Lotto Hessen: Spielscheine im Wandel der Zeiten.

Hessen

Sport und Kultur können hoffen

  • schließen

Landespolitik erwägt Aufstockung der Lottomittel für Verbände.

Sportvereine, Kultureinrichtungen, Denkmalschützer, Sozialverbände und Umweltfreunde können auf mehr Geld aus dem hessischen Lotto-Topf hoffen. CDU und Grüne haben in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, dass die Mittel erhöht werden sollen.

Bisher werden 21 Prozent der Spieleinsätze für diese Zwecke ausgeschüttet. Das waren im Jahr 2018 knapp 135 Millionen Euro.

Davon wird der Großteil vom Land Hessen für die entsprechenden Zwecke ausgegeben. Rund 40 Millionen Euro gehen direkt an die Verbände. Größter Empfänger war der Landessportbund, der rund 20 Millionen Euro aus Lottomitteln erhielt.

Die schwarz-grüne Koalition verspricht nun, sie werde sich für „eine Anhebung des Anteils aus der Verteilung der Spieleinsätze“ einsetzen. Das zusätzliche Geld solle „konkreten Zielen“ dienen, „etwa in den Bereichen des Leistungssports, des Gesundheitssports, des Behindertensports, der Integration und der Inklusion“.

Die anderen Empfänger – von der Liga der Freien Wohlfahrtspflege bis zum Hessischen Jugendring – sollen ebenfalls mehr Lotto-Geld bekommen. Zu ihnen zählen auch die Jugendorganisationen der Parteien, die im „Ring politischer Jugend“ zusammengeschlossen sind. Der Ring, dem Junge Union, Jusos, Grüne Jugend und Junge Liberale angehören, erhält pro Jahr 600.000 Euro.

Die Politik wolle gemeinsam mit den Empfängen „erarbeiten, wo besonderer Bedarf besteht, und die Finanzierung anpassen“, kündigt der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Jürgen Frömmrich, an. Wann es so weit sein wird, ist noch nicht absehbar. Das werde „in dieser Wahlperiode“ geschehen und müsse „die finanziellen Rahmenbedingungen beachten“, sagt Alexander Bauer (CDU). Die Koalition lobt das bürgerschaftliche Engagement, das entscheidend zum Zusammenhalt der Gesellschaft beitrage.

Letzte Erhöhung 2013

Die Opposition hält es für richtig, den Organisationen mehr Geld zukommen zu lassen. Zuletzt hätten sie 2013 auf Initiative der SPD eine Erhöhung erhalten, kommentiert der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Günter Rudolph. „Nach fast sechs Jahren müssen die bisherigen Destinatäre eine Erhöhung der Mittel bekommen, um Planungssicherheit für die Erfüllung ihrer Aufgaben zu erhalten.“ Ob auch zusätzliche Empfänger berücksichtigt werden könnten, sei erst zu beurteilen, wenn der Finanzrahmen geklärt sei, sagt Rudolph.

Lesen Sie auch: Seit 70 Jahren spielen die Hessen Lotto

Die FDP findet, dass schon allein wegen der Inflation ein Ausgleich nach etlichen Jahren notwendig sei. Innenpolitiker Stefan Müller hofft, dass man fraktionsübergreifend eine Lösung finden kann, ohne dass Schwarz-Grün einen Alleingang unternimmt.

Auch die Linken finden es notwendig, dass die Verbände mehr Geld erhalten. „Deren wichtige gesellschaftspolitische Arbeit muss langfristig finanziell abgesichert werden“, sagt der Parlamentarische Geschäftsführer der Linken, Hermann Schaus. Bedenken hegen die Linken allerdings bei einer Aufstockung für den Ring politischer Jugend. Denn die Linksjugend Solid, die den Linken nahesteht, wurde bisher nicht in den Verband aufgenommen. Trotzdem seien die beiden letzten Erhöhungen im Landtag damit begründet worden, dass fünf statt vier Jugendorganisationen der Parteien bezuschusst werden müssten, erinnert sich Schaus. Er fordert, die Organisation Solid aufzunehmen und erst dann die Mittel aufzustocken.

„Grundsätzlich positiv“ sieht die AfD höhere Zuschüsse an den Landessportbund. Ihr sportpolitischer Sprecher Dirk Gaw wünscht sich, dass damit eine stärkere Unterstützung des Schulsports einhergeht.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare