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Volker Bouffier, Helge Braun und Jens Spahn zu Besuch im Uniklinikum Gießen.

Corona

Hessen sucht nach Schutzmasken rund um die Welt

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Laut Ministerpräsident Bouffier sind nicht alle Pflegeheime  gut mit Schutzkleidung ausgestattet – eine Lieferung aus Schanghai lässt auf sich warten.

Die hessischen Krankenhäuser sind mittlerweile mit Schutzmasken und Schutzbekleidung ausgestattet. Doch das trifft nicht auf alle Alten- und Pflegeheime zu. Diesen Eindruck hat Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Dienstag in einer Video-Pressekonferenz in Wiesbaden geäußert.

Zuvor hatte Bouffier gemeinsam mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Kanzleramtschef Helge Braun (alle CDU) sowie dem hessischen Sozialminister Kai Klose (Grüne) das Uniklinikum Gießen-Marburg besucht. Bouffier berichtete, dass es in den Krankenhäusern mittlerweile eine „gute Versorgung“ mit Schutzbekleidung gebe. „In den Pflegeheimen ist es unterschiedlich“, fügte er hinzu und verwies auf die verschiedenen Träger. „Das geht zunächst einmal über die Gesundheitsämter der Kreise und kreisfreien Städte.“

Hessen bemühe sich aber „ständig und ununterbrochen“ um Masken und andere Schutzausstattung. Der Krisenstab des Landes kaufe „rund um die Welt das, was wir kriegen können“. Das sei schwierig, da in der Regel per Vorkasse gezahlt werden müsse, „und wir müssen Vorsorge treffen, dass wir nicht betrogen werden“.

Lehren aus der Corona-Krise

So liege eine „große Tranche“ von mehreren Millionen Schutzmasken am Flughafen Schanghai für Hessen bereit. Sie werde aber von den chinesischen Behörden „nicht rausgelassen“, da diese überprüften, ob minderwertige Ware dabei sei.

Bundesminister Spahn wies auf eine Initiative hin, in Deutschland verstärkt medizinische Schutzmasken herzustellen. Von Mitte August an werde dies geschehen. Es sei eine der Lehren aus der Corona-Krise, mehr Produktion nach Deutschland und Europa zurückzuholen.

Spahn lobte, dass viele Kliniken die Zeit genutzt hätten, um ihre Ausstattung zu verbessern. So habe das Universitätsklinikum Gießen-Marburg in Hinblick auf die Versorgung von Corona-Kranken 40 zusätzliche Beatmungsbetten geschaffen.

Am Rande des Politikerbesuchs demonstrierte das Aktionsbündnis „Gemeinsam für unser Klinikum“ mit Slogans wie „Löhne rauf, Konzerne raus“ gegen die Privatisierung des Uniklinikums vor 14 Jahren. Die Linke unterstützte die Forderungen. „Gerade die Corona-Pandemie macht deutlich, wie falsch der Weg der Ökonomisierung gewesen und wie wichtig eine gut finanzierte öffentliche Krankenhausinfrastruktur ist“, sagte Fraktionsvize Jan Schalauske.

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