Ein Schulkind zieht an der Schultafel mit einem Lineal und Kreide einen Strich.
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Ein Schulkind zieht an der Schultafel mit einem Lineal und Kreide einen Strich.

Hessen

Hessen öffnet Grundschulen und Kitas

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Die Kleinen zuerst: Hessen und andere Bundesländer starten bald mit dem Regelunterricht in den ersten vier Klassen. Lehrerverbände sind skeptisch.

Hessen lockert die Corona-Regeln weiter. Kitas und Grundschulen beginnen in den nächsten Wochen wieder mit dem Regelbetrieb, Schwimmbäder dürfen von Montag an für die Allgemeinheit öffnen. Zugleich wird generell die Möglichkeit persönlicher Kontakte ausgeweitet: Gruppen von bis zu zehn Personen dürfen sich wieder in der Öffentlichkeit treffen.

Das haben Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), Kultusminister Alexander Lorz (CDU) und Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Mittwoch in der Wiesbadener Staatskanzlei angekündigt. Zustimmung kam von den Verbänden der Städte, Gemeinden und Landkreise. Sie betreiben vielerorts Kitas und Schwimmbäder.

Bouffier betonte, die Zahl der Infektionen sei so stark zurückgegangen, dass man nun weitere Öffnungsschritte vollziehen könne: „Trotzdem muss uns nach wie vor bewusst sein: Das Virus ist noch da.“ Kultusminister Lorz wies auf die Einschätzung zahlreicher Wissenschaftler hin, dass Kinder kein allzu starkes Ansteckungsrisiko darstellten. Er hatte bereits Anfang der Woche im FR-Interview angedeutet, dass einige Schulen schon vor den Sommerferien wieder an allen Tagen für alle Kinder geöffnet werden könnten.

Das geschieht nun ab dem 22. Juni an den Grundschulen und den Grundstufen der Förderschulen. Dabei sollen die ersten und zweiten Klassen mindestens je vier Zeitstunden pro Tag unterrichtet werden, die dritten und vierten Klassen mindestens fünf Stunden.

Klasse als feste Lerngruppe

Die Regierung will verhindern, dass sich im Falle von Infektionen die ganze Schule ansteckt. Daher soll jede Klasse als feste Lerngruppe zusammenbleiben und von demselben Lehrpersonal unterrichtet werden. Eltern steht es frei, ob sie ihre Kinder in diesen Präsenzunterricht schicken. Sie können sich auch dafür entscheiden, dass ihre Kinder weiter mit Hilfe des Schulmaterials zu Hause beschult werden.

Lehrkräfte, die älter als 60 Jahre sind, werden nicht mehr automatisch von der Anwesenheitspflicht entbunden. Sie können sich aber freistellen lassen, wenn sie über ein arbeitsmedizinisches Attest verfügen.

Die Öffnung der Kitas folgt mit Beginn der Sommerferien ab 6. Juli. Dann sollen sie wieder in den Regelbetrieb einsteigen, so dass alle Kinder täglich betreut werden. Minister Klose und Vertreter der Kommunen berichteten, dass einige Kitas schon heute wieder allen ihren Kindern die Betreuung anböten. Klose appellierte an Einrichtungen, das Angebot so weit wie möglich zu öffnen: „Man muss nicht zwingend bis zum 6. Juli warten, wenn man es vorher ermöglichen kann.“

Bereits seit Fronleichnam erlaubte die schwarz-grüne Regierung Kontaktsportarten, die bisher untersagt waren. Es gibt jedoch eine wichtige Einschränkung: Es dürfen nicht mehr als zehn Personen teilnehmen. Umkleidekabinen und Duschen sowie Saunen können wieder benutzt werden, unter Einhaltung von Hygienebestimmungen.

Schwimmbäder öffnen

Die Schwimmbäder und Badeseen dürfen vom kommenden Montag an wieder für die Allgemeinheit öffnen, nachdem bisher nur Vereinssport zugelassen war. Ob und wann die Bäder wieder die Tore öffnen, entscheiden aber die Verantwortlichen vor Ort. So gehen die Kommunalverbände davon aus, dass der Zugang vielerorts mit Online-Tickets und Zeitfenstern beschränkt werden könnte. Manche, insbesondere kleinere Bäder, könnten aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen sein, noch nicht wieder zu öffnen.

Die hessische Landesregierung weitete zudem die Verpflichtung aus, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Maskenpflicht gilt nun auch in Bahnhofsgebäuden und Flughäfen. Bisher mussten die Fahrgäste die Maske bei der Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln anlegen.

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