Hessens größtes Wohnungsbauunternehmen, die „Nassauische Heimstätte“, baut so viel wie nie.
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Hessens größtes Wohnungsbauunternehmen, die „Nassauische Heimstätte“, baut so viel wie nie.

Wohnungsbau

Nassauische Heimstätte baut so viel wie nie

  • Pitt v. Bebenburg
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Hessens größtes Wohnungsbauunternehmen verzichtet auf Kündigungen und Räumungen wegen Corona-Pandemie.

Die größte hessische Wohnungsbaugesellschaft, die Nassauische Heimstätte (NH), baut so viel wie nie zuvor und kauft zudem große Wohnungsbestände auf. Damit komme das mehrheitlich landeseigene Unternehmen seinem Ziel immer näher, seinen Bestand von 60 000 auf 75 000 Wohnungen zu erhöhen, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Donnerstag in Wiesbaden.

Dort stellte er gemeinsam mit der Geschäftsführung des Unternehmens die Jahresbilanz vor. „Wir steigern unser Bauvolumen stetig“, hob Geschäftsführerin Monika Fontaine-Kretschmer hervor. 3250 Wohnungen befänden sich im Bau oder in Planung, 900 mehr als im Vorjahr. Seit einem Jahr sei der Bau von elf Projekten mit mehr als 1000 Wohnungen begonnen worden. 2019 seien 147 Wohneinheiten fertiggestellt worden, in diesem Jahr bereits drei Projekte mit rund 250 Wohneinheiten.

Zudem kaufte NH nach eigenen Angaben rund 2500 Wohnungen hinzu. So sei der Erwerb von rund 1000 Wohnungen im Lahn-Dill-Kreis der größte Ankauf in der jüngeren Unternehmensgeschichte gewesen, berichtete Geschäftsführer Constantin Westphal. Daneben habe man knapp 400 Wohneinheiten schlüsselfertig erworben, die im Frankfurter Schönhof-Viertel entstünden, sowie Wohnungen in Wiesbaden, Offenbach, Hanau, Gießen und Kassel.

Außerdem saniert die NH zahlreiche Wohnungen, damit diese mit weniger Energie beheizt werden können. „Die Klimawende wird im Bestand entschieden“, betonte Geschäftsführerin Fontaine-Kretschmer.

Das Unternehmen Die Nassauische Heimstätte gehört zu 59 Prozent dem Land Hessen. Frankfurt hält einen Anteil von 29 Prozent. Die restlichen Beteiligungen verteilen sich auf insgesamt 25 Städte und Gemeinden sowie 19 Sparkassen und kommunale Gesellschaften. 50,8 Millionen Euro betrug der Überschuss, den die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt im Jahr 2019 erwirtschaftete. pit Der für Wohnungsbau zuständige Minister Al-Wazir steht zugleich dem Aufsichtsrat der NH vor. Er nannte es „ein zentrales Anliegen der Landesregierung, dass alle Menschen in Hessen eine gute Wohnung zu einem bezahlbaren Preis finden“.

Hessen könne daher froh sein, dass sich die NH mehrheitlich im Landesbesitz befinde und „mit ihrer sehr sozialen Geschäftspolitik ein Gegengewicht zum allgemeinen Trend am Wohnungsmarkt“ bilde.

Ihren Mieterinnen und Mietern versprach die NH-Spitze besondere Rücksichtnahme in der Corona-Krise. Der Leitende Geschäftsführer Thomas Hain sagte, man wolle seiner „Vorbildfunktion“ nachkommen.

Wer wegen der Folgen der Pandemie seine Miete nicht zahlen könne, dem werde nicht gekündigt oder die Wohnung geräumt. Sollten Mieter gekündigt haben und wegen Corona nicht umziehen können, dürften sie in ihrer Wohnung bleiben, sofern diese nicht bereits neu vermietet sei.

Wenn Mieterhöhungen noch nicht ausgesprochen seien, würden sie auf das erste Quartal 2021 verschoben. „Niemand muss wegen Corona um sein Zuhause fürchten oder sein Geschäft aufgeben“, versicherte Geschäftsführer Westphal. „Wir sind auch in dieser schwierigen Zeit für unsere Mieter da.“

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