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Helmut Blumenberg an der Ver- und Entsorgungsstation zum Auffüllen von Frischwasser und Leeren der mobilen Sanitäranlage.

Rastplatz für Wohnmobilfahrer an A3

Zwischenstopp für Wohnmobilisten

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An der A3, 300 Meter Luftlinie von der Raststätte Weiskirchen entfernt, hat der Rodgauer Helmut Blumenberg einen Rastplatz für Wohnmobilfahrer entstehen lassen.

Die Branche boomt: 1,3 Millionen Wohnmobil-Besitzer gibt es mittlerweile in Europa. Der Rodgauer Unternehmer Helmut Blumenberg hat zusammen mit vier Gewerbetreibenden genau diese Klientel ins Visier genommen: Gemeinsam haben sie im Rodgauer Ortsteil Weiskirchen, 300 Meter Luftlinie von der Autobahn 3 entfernt, einen Stellplatz für 60 Wohnmobile bis zu 20 Metern Länge entstehen lassen. Der Projektentwickler schließt damit eine Lücke: Zwischen Darmstadt und Wertheim gibt es bisher kein solches Angebot. Das Rhein-Main-Gebiet sei „ein toter Punkt“ gewesen, sagt Blumenberg.

Die Idee für den Wohnmobilpark namens „Rodgau-Point“ kam nicht von ungefähr: Blumenberg ist selbst Wohnmobilfahrer, hat vor 40 Jahren mit einem Wohnwagen angefangen. Er weiß also um die Nöte und Bedürfnisse dieser Spezies.

An der Liebigstraße 18 im Gewerbegebiet Ost Weiskirchen hat der Unternehmer mit seinen vier Partnern ein 12 000 Quadratmeter großes Grundstück angekauft, um seine Idee zu verwirklichen. Er schlug auch gleich die Werbetrommel: „Schon seit 2016 steht im ADAC-Stellplatzführer Deutschland und Europa, dass die Eröffnung in 2017 geplant ist“, sagt er. Dann haperte es allerdings mit den Baugenehmigungen. „Erst im Juli kamen allmählich die Teilgenehmigungen rein“, blickt Blumenberg zurück. Ab da konnte das Projekt sukzessive Gestalt annehmen.

Aktuell können die Wohnmobilisten auf dem Rodgau-Point nicht nur übernachten, sondern an Ver- und Entsorgungsstationen auch Frischwasser aufnehmen und ihre Bordtoilette leeren. Stromautomaten mit Münzeinwurf sind aufgestellt, per Zugangscode gesicherte Sanitärcontainer bieten Duschen und Waschmaschinen sowie insgesamt zwölf Toiletten für Männer und Frauen. An der Einfahrt zur geschotterten Stellfläche steht bereits ein Container für die Rezeption. Dort soll im März, wenn die Saison beginnt, ein Platzwart sitzen, der auf Wunsch auch Frühstücksbrötchen beim örtlichen Bäcker bestellt.

Auf dem Gelände hat Blumenberg einen Hundeplatz angelegt, auf dem der Vierbeiner ausgeführt werden kann. Ein Imbiss, ein Kühlwagen und eine Bierinsel finden sich auf dem Areal, genauso wie vier große und kleine Wohncontainer für Wohnmobilfahrer, die ihr Gefährt zur Reparatur geben müssen. Die Werkstatt liegt gleich nebenan: Das Unternehmen Smartcamp, auf Anhänger und Fahrzeugausstattung spezialisiert, bietet auch Reparaturen für Wohnmobile an.

Noch ist nicht alles fertig: Im Januar werden eine Portal-Waschanlage für Pkw bis Sprintergröße und eine Saugstation gebaut. Im Anschluss soll eine Gastronomiehalle mit einem Kiosk, Aufenthaltsbereich und einer Freizeitecke für Kinder folgen. „Wenn alles fertig ist, werden wir fünf Millionen Euro investiert haben“, sagt Blumenberg. Die Stadtwerke werden noch eine Stromtankstelle aufstellen.

Noch ist die Nachfrage eher gering, obwohl ein Fitness-Center, der Badesee, eine Reitanlage, das Freizeitbad Montemare und die Metropole Frankfurt nah sind. Aber der Unternehmer ist sich sicher, dass sein Rodgau-Point bald gut frequentiert sein wird. Spätestens dann, wenn Hessen Mobil endlich die offiziellen Hinweisschilder an der A3 und B45 genehmigt. Zweimal hat er die Landesverkehrsbehörde schon angeschrieben.

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