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Nicht jeder mag den Autobahn-Ausbau: Bürgerprotest im Jahr 2017 auf der Galerie Seckbach.

A661

Bau von Riederwald-Tunnel beginnt 2020

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Der Bau des mehr als einen Kilometer langen Tunnels soll fast acht Jahre lang dauern. Die Kosten werden neu berechnet.

Jürgen Semmler ist zuversichtlich. „Wir rechnen mit einem Planfeststellungsbeschluss für den Riederwaldtunnel in der 2. Jahreshälfte 2019“, sagte der Leiter des zuständigen Dezernats der Straßenbehörde Hessen Mobil bei einem Gespräch mit Medienvertretern am Montag.
Sieben Jahre, neun Monate. So lange wird ab 2020 gebaut: 1,1 Kilometer Tunnel plus 1,1 Kilometer Strecke der Autobahn A66, dazu die Anschlussstelle Borsigallee der A66 und das Autobahndreieck Erlenbruch für A661 und A66.

Das Dreieck Erlenbruch schießt derzeit in die Höhe. Bis Anfang 2019 soll es fertig sein, sagte Semmler. Dann werde die Grube mit Grundwasser geflutet, die Spundwände gezogen. Im Herbst 2019 sollen Fahrzeuge, die das Bauwerk derzeit umfahren, darüber geleitet werden.

Bis dahin gibt es noch viel Verwaltungsarbeit zu tun. Rund 650 Einwendungen von Bürgern, Bürgerinitiativen sowie Trägern der öffentlichen Belange gingen beim Regierungspräsidium (RP) Darmstadt im Planänderungsverfahren für den Tunnel ein. Es ging um Lärm während und nach der Bauzeit, um Abgase, um die Einhausung. Die Anhörungsbehörde RP Darmstadt forderte eine erneute Offenlage der Unterlagen. Die läuft derzeit.

„Wir erarbeiten derzeit unsere Stellungnahmen“, sagte Jürgen Semmler. Hessen Mobil werde auf einen Teil der Einwendungen eingehen. So werde ein Weg im Fechenheimer Wald, der Steinbruchweg, nicht wie ursprünglich geplant, geschlossen. Der Weg bleibe offen, sagte Hilmar Heuser, der stellvertretende Dezernatsleiter. Als Ausgleich werde auf einer rund 6,5 Hektar großen Fläche im Fechenheimer Wald auf die forstliche Nutzung verzichtet. „Das wird etliche Einwendungen wegräumen“, meinte Heuser.

Um EU-Recht zu entsprechen, werde ein Umweltgutachten erstellt. Auch würden an der Straße Am Erlenbruch zusätzliche, vier Meter hohe Laubbäume in Kübeln aufgestellt, damit sich die Fledermäuse in der dortigen Leitstruktur orientieren könnten. Jürgen Semmler hielt fest: „Wenn der Planfeststellungsbeschluss nicht beklagt wird, können wir 2020 anfangen zu bauen.“ Die Kosten lägen bei 320 Millionen Euro (Stand 2013) und würden demnächst neu berechnet.

Auch der Ausbau der A661 stehe bevor. 2019 soll ein Planänderungsverfahren eingeleitet werden, kündigte Semmler an. 1980 planfestgestellt, wurden bis 1995 nur vier die Spuren der sogenannten Ostfahrbahn gebaut. Über die rollt der gesamte Verkehr. Nun soll die Westfahrbahn folgen. „Pro Richtung gibt es dann zwei regelkonforme Richtungsstreifen plus Standstreifen“, sagte Semmler. Außerdem sei eine dritte Spur, der Verflechtungsstreifen, von der Anschlussstelle Friedberger bis zum Dreieck Erlenbruch vorgesehen.

Die Autobahn A661 wäre nach dem Ausbau aber so breit, dass sie auf drei Streifen pro Richtung erweitert werden kann. So viele Fahrspuren soll auch die Einhausung aufnehmen können, die die Stadt Frankfurt zwischen Friedberger und Seckbacher Landstraße bauen will. „Der Lärmschutz muss gewährleistet sein, wenn der Tunnel in Betrieb geht“, sagte Semmler. Falls die Einhausung bis dahin nicht stehe, müsse Hessen Mobil Lärmschutzwände platzieren.

Offenlage: Die Unterlagen sind bis 6. Juni zu finden unter rp-darmstadt.hessen.de, Presse, Öffentliche Bekanntmachungen, Übersicht aller Öffentlichen Bekanntmachungen sowie unter uvp-verbund.de. Sie liegen im Stadtplanungsamt, Kurt-Schumacher-Straße 10, aus. Einwendungen sind bis 6. Juli möglich beim RP Darmstadt oder der Stadt Frankfurt.

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