Verkehr in Rhein-Main

Regionaltangente ist bedroht

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Der Regionaltangente West könnte das Geld ausgehen, falls die Stadtverordneten in Eschborn der Mittelerhöhung nicht zustimmen. Es gibt noch einen weiteren Konflikt.

Horst Amann, der Geschäftsführer der RTW-Planungsgesellschaft, lässt die Alarmglocken schrillen. „Wenn die Stadtverordneten in Eschborn der Mittelerhöhung für die Regionaltangente West nicht zustimmen, besteht das Risiko der Illiquidität“, sagte er .

Rund 1,7 Millionen Euro mehr soll die Stadt Eschborn nach Änderung des Gesellschaftsvertrags in die RTW-Planungsgesellschaft einzahlen. In der Parlamentssitzung am Donnerstag wollen die Stadtverordneten darüber entscheiden. Allerdings steht noch ein weiterer heikler Punkt auf der Tagesordnung: der Bebauungsplan B246 zur Anbindung der Düsseldorfer Straße an die Autobahn 66. Eschborn kämpft seit Monaten mit der Planungsgesellschaft um eine Änderung im RTW-Trassenverlauf, damit die Autobahnabfahrt von der A66 in das Gewerbegebiet Süd gebaut werden kann.

Die Abfahrt in die Düsseldorfer Straße sei dringend nötig, damit Pendler, die zu ihren Arbeitsplätzen im boomenden Eschborner Gewerbegebiet wollten, nicht mehr im Stau stehen müssten, sagte der persönliche Referent des Eschborner Bürgermeisters, Christian Scherer. Seit mehr als 20 Jahren werde über die Autobahnabfahrt diskutiert, mittlerweile gebe es einen gültigen Bebauungsplan dafür.

Auf Antrag von Hessen Mobil seien zwei Änderungen nötig gewesen, zuletzt wegen eines Schneeräumungswegs, der nunmehr die RTW-Trasse tangiere. „Die Stadt Eschborn ist nicht bereit, das Bebauungsplanverfahren für die Autobahnabfahrt komplett neu aufzurollen; wir erwarten, dass die RTW-Gesellschaft umplant“, sagte Scherer.

„Unsere Planungen für die RTW gehen dem geänderten Bebauungsplan B246 voraus; der Bebauungsplan ist rechtsfehlerhaft, das haben wir juristisch geprüft“, sagte Amann. Dennoch sei die RTW der Stadt Eschborn, die ja Gesellschafter sei, entgegengekommen und habe „geringfügig“ umgeplant; auch Eschborn müsse „geringfügig“ umplanen. „Wir sind bei 98 Prozent“, sagte Amann und warb dafür, den Bebauungsplan B246 erst zu beschließen, „wenn die letzten zwei Prozent“ geklärt seien. Auch Matthias Gräßle, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt, warb um Einvernehmen. Dass die RTW an Eschborn scheitern könnte, hält Scherer indes für übertrieben. „Auch für uns ist die RTW sehr wichtig.“

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