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Hessen: Lob und Kritik für 49-Euro-Ticket

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Von: Gregor Haschnik

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Die Grüne sehen Hessen als Vorreiter des 49-Euro-Tickets, die Opposition übt Kritik an Finanzierung und Infrastruktur.

Die schwarz-grüne Koalition hat das angekündigte bundesweite 49-Euro-Ticket am Mittwoch im Landtag gelobt. Es handele sich um eine gute Nachricht vor allem für Pendler:innen sowie für den Klimaschutz und die Verkehrswende, sagte Karin Müller (Grüne). Auf dem Weg dorthin sei Hessen „vorbildlich vorangegangen“. Mit den Schülertickets und Seniorentickets seien hier bereits günstige und einfache Angebote etabliert worden. Den Preis für das neue Ticket bezeichnete sie als „guten Kompromiss“. Er biete zum Beispiel vielen Pendler:innen im Nordhessischen Verkehrsverbund bei Preisstufe 5 eine monatliche Ersparnis von 100 Euro.

Bund und Länder hatten sich kürzlich auf ein Monatsticket für 49 Euro geeinigt, das in ganz Deutschland sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr gültig und im kommenden Jahr erhältlich sein soll. Das Ticket soll jeweils zur Hälfte aus Bundes- und aus Landesmitteln finanziert werden. Die Koalition hatte das Thema unter dem Titel „Gute Ideen setzen sich durch: Das Deutschlandticket kommt“ in Wiesbaden auf die Tagesordnung gebracht.

Aus den Reihen der Opposition kam derweil reichlich Kritik. So wertete Tobias Eckert (SPD) das Ticket zwar grundsätzlich als „gute Entscheidung“, doch was nütze das günstigste Ticket, wenn es an ÖPNV-Angeboten auf dem Land fehle? Er beklagte, ähnlich wie Stefan Naas, dass die Landesmittel für Mobilität weiterhin viel zu gering seien. Es dürfe nicht sein, dass der Bund und die stark belasteten Kommunen das allermeiste zahlten, während „Grün darüber redet“. Naas kritisierte vor allem Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), der unter dem Strich kaum etwas für den dringend notwendigen Ausbau der Infrastruktur getan habe und sich mit „fremden Federn“ schmücke.

Axel Gerntke (Linke) wiederum sah im 49-Euro-Ticket eine Verbesserung, jedoch sei dieses für Menschen, die geringe Einkommen haben oder auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind, nach wie vor zu teuer.

Al-Wazir widersprach der Kritik. Es stimme: Hessen sei das erste Flächenland mit günstigen Flatrate-Tickets gewesen. Und das 49-Euro-Ticket werde klimafreundlicher Mobilität weiteren Rückenwind geben. Der Preis und der leichte Zugang würden wie beim Neun-Euro-Ticket oder dem Schülerticket viele neue Kund:innen bringen und die Finanzierung stabilisieren. Das Land habe seinen finanziellen Beitrag zur Mobilität sukzessive gesteigert und für Infrastrukturprojekte wie den S6-Ausbau, die Regionaltangente West oder die Nordmainische S-Bahn gesorgt.

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