Rund 1100 Lehrerinnen und Lehrer werden im Sommer arbeitslos.
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Rund 1100 Lehrerinnen und Lehrer werden im Sommer arbeitslos.

Schule

Hessen: Lehrer werden in Sommerferien arbeitslos

  • Peter Hanack
    vonPeter Hanack
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Fast 1000 Pädagogen bleiben in den hessischen Sommerferien ohne Anstellung. Der Kultusminister sieht Problem „weitgehend abgestellt“.

Viele Lehrkräfte sind in den Sommerferien arbeitslos, obwohl sie bis zu den Ferien und auch danach wieder gearbeitet haben. Im Sommer 2017 waren es laut Kultusministerium mehr als 1100. Nun hat die SPD nachgefragt, wie sich die Zahlen verändert haben.

Im Juni 2019 hat der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU) in einem Interview erklärt, die Praxis, Lehrkräfte die Ferien über in die Arbeitslosigkeit zu entlassen, „eigentlich mittlerweile weitgehend abgestellt“ sei. Auf die Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Manuela Strube antwortete Lorz nun, die Arbeitslosigkeit von Lehrkräften in Hessen während der Sommerferien sei in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen.

In den Sommerferien 2019 seien es noch rund 950 Lehrerinnen und Lehrer gewesen, die sich arbeitslos gemeldet hätten, teilte das Kultusministerium mit. Im Vergleich zu 2018 sei das ein Rückgang von knapp 16 Prozent. Auch die Arbeitslosigkeit von Lehrkräften an beruflichen Schulen nehme ab. Aufgrund anhaltender Kritik vor allem vonseiten der Lehrergewerkschaften und der Opposition im Landtag hatte das Ministerium den Erlass zur Weiterbeschäftigung von befristet eingestellten Lehrkräften während der Sommerferien geändert. Sie müssen im jeweiligen Schuljahr nun nur noch 35 Wochen statt wie zuvor 39 Wochen beschäftigt gewesen sein, um auch über die unterrichtsfreie Zeit im Sommer hinweg angestellt bleiben zu können.

Auch für Vertretungskräfte

Diese neue Regelung gilt laut Ministerium seit 2018. Sie gilt unter anderem für Lehrkräfte, die andere Lehrkräfte mindestens 35 Wochen lang vertreten, wie dies beispielsweise bei Elternzeiten häufig der Fall ist. Es profitieren auch befristet angestellte Lehrer, die eine Vertretung für ein gesamtes Schuljahr übernehmen und Referendare, die nach den Ferien unbefristet eingestellt werden sollen und schon seit Jahresanfang ununterbrochen im Schuldienst beschäftigt waren.

Lorz verweist in seiner Antwort auch auf eine Pressemeldung der Arbeitsagentur Hessen vom Oktober 2019. Demnach sei die Arbeitslosenquote bei Lehrerinnen und Lehrern so niedrig, dass von einer Vollbeschäftigung gesprochen werden könne.

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