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Hessen: „Lehrer sind am Limit“

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Die GEW und Linke mahnen Unterstützung des Landes für die Schulen an. Viele fühlten sich allein gelassen. Gleichzeitig werden Kinder abgehängt, die ohnehin benachteiligt sind.

Ohne besondere Vorkommnisse ist nach Angaben des hessischen Kultusministeriums am Montag die Ausweitung des Präsenzunterrichts auf weitere Jahrgangsstufen verlaufen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die Linke im hessischen Landtag mahnen derweil mehr Unterstützung für die Schulen an.

Die Organisation des Schulbetriebs unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsvorschriften stelle für viele Schulen eine extreme Herausforderung dar, mahnt die GEW. „So sehr wir uns alle wünschen, dass wir bald zu einer Normalität des Schulbetriebs zurückkehren, dürfen wir die Arbeitsbelastung der Lehrerinnen und Lehrer sowie den Arbeits- und Gesundheitsschutz nicht aus dem Blick verlieren“, sagt Landesvorsitzende Birgit Koch.

Die Rahmenbedingungen seien „alles andere als gut“, moniert auch Elisabeth Kula, bildungspolitische Sprecherin der Linken im Landtag. Auch heute müssten Schulen eigenständig vor Ort überlegen, wie sie die Öffnungen im Einklang mit Infektions- und Arbeitsschutz umsetzen könnten. Viele Lehrkräfte und Schulleitungen fühlten sich damit alleingelassen.

Lehrer an Belastungsgrenze

Zahlreiche Lehrkräfte seien an der Belastungsgrenze, müssten den Unterricht in der Schule, Homeschooling und Ganztagsangebote stemmen, sagt Maike Wiedwald, Co-Landesvorsitzende der GEW.

Zudem gehörten viele einer Risikogruppe an.Nach Informationen der FR sind dies knapp 20 Prozent der hessischen Lehrkräfte. Die GEW geht davon aus, dass regulärer Schulunterricht „auf absehbare Zeit“ nicht stattfinden kann. Deshalb gelte es, eine dauerhafte Überlastung der Pädagogen zu verhindern.

Schulbesuch ermöglichen

Gleichzeitig müsse es aber das Ziel sein, den Kindern und Jugendlichen so viel Schulbesuch wie machbar zu ermöglichen. Die Corona-Krise verschärfe die Bildungsungerechtigkeit weiter, sagt Wiedwald. Ohnehin Benachteiligte würden durch das „Lernen zu Hause“ weiter abgehängt, vielen fehle die Schule als Konstante. Oft gebe es zu Hause weder Schreibtisch noch Tablet oder Laptop.

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