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Hessen: Landeshilfe für den Sport

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Von: Timur Tinç

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Vereine wie der PSV Grünweiß stellen hier vor dem Shoppingcenter MyZeil in Frankfurt ihre Angebote vor.
Vereine wie der PSV Grünweiß stellen hier vor dem Shoppingcenter MyZeil in Frankfurt ihre Angebote vor. © Michael Schick

Ministerpräsident Rhein verspricht bei einer Rede beim Landessportbund Unterstützung in der Energiekrise. Demnächst wird ein Sonderprogramm für Härtefälle aufgesetzt.

Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hat den hessischen Sportvereinen, die von der Energiekrise betroffen sind, finanzielle Hilfen zugesichert. „Wir werden niemanden alleinlassen, der unsere Hilfe und Unterstützung braucht“, sagte Rhein in der Sitzung des Hauptausschusses des Landessportbunds Hessen (Lsbh) am Samstag.

Er glaube, dass die Strom- und Gaspreisbremse, die Bund und Länder auf den Weg gebracht hätten, den Großteil abfedern werde. Allerdings vermisst Rhein explizite Härtefallregelungen für den Sport, so wie es sie für die Kultur gibt. Hessen und Sachsen hätten dies mit einer Protokollnotiz deutlich gemacht, sagte er. Es sei ein Gegeneinanderausspielen. Dabei hätten der Sport und die Kultur die gleiche Bedeutung für das Land. Schon im ersten Paket hätte der Sport ganz gefehlt, und im zweiten seien die Hilfen nur sehr diffus formuliert gewesen. In Kürze werde das Programm „Hessen steht zusammen“ vorgestellt, wo Dinge passgenau geregelt würden, „die der Bund nicht geregelt hat“, kündigte Rhein an.

Das kam beim Landessportbund gut an. „Ohne Finanzhilfen vom Bund und dem Land gehen in vielen Sportvereinen die Lichter aus“, sagte Lsbh-Präsidentin Juliane Kuhlmann. Die guten Nachrichten hätten für die Sportvereine nicht später kommen dürfen.

In den vergangenen Wochen und Monaten hat der Lsbh zusammen mit anderen Landessportverbänden und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) bei der Politik Druck gemacht, um dieses Mal nicht vergessen zu werden. Spätestens als beim Städtetag die Empfehlung ausgesprochen wurde, die Hallenbäder im Winter einfach zu schließen, schrillten die Alarmglocken. Rhein sagte, dass es richtig gewesen sei, diese Sorgen auszudrücken und die Szenarien aufzuzeigen.

Zwar ist der Super-GAU verhindert worden, aber Juliane Kuhlmann kündigte an, weiter mit den Kommunen in Gesprächen zu bleiben „denn die Sportstätten müssen offen bleiben“. Der Problemdruck der Energiekrise sei wesentlich größer als durch Corona, „und die finanziellen Folgen sind deutlich massiver und zerstörerischer“, sagte Kuhlmann.

Der Sport sei von Anfang an bereit gewesen, seinen Beitrag zu leisten. Aus eigenem Antrieb seien Energiesparmaßnahmen umgesetzt und ein Förderprogramm für die Umrüstung auf moderne Heizungen aufgelegt worden. „Wir fordern kein Geld, wenn wir keines brauchen“, sicherte Kuhlmann dem Ministerpräsidenten und dem Sportminister Peter Beuth zu.

Aus den Händen der beiden anwesenden Politiker erhielt der Landessportbund einen Scheck in Höhe von 1,27 Millionen Euro. Das Geld dient in erster Linie der Förderung von Weiterbildung der Übungsleiterinnen und Übungsleiter. „Wir werden etwas Sinnvolles damit tun“, sagte Kuhlmann.

Allerdings sei in Zukunft eine langfristig orientierte Investitionsoffensive für Sportanlagen nötig, „auch und ganz besonders zur energetischen Sanierung“, bekräftigte Kuhlmann. Und da seien noch die Probleme, die der Sport aus der Corona-Zeit geerbt habe, wie die Rückgewinnung von verloren gegangen Mitgliedern und die Bindung von Ehrenamtlichen und Übungsleiterinnen und Übungsleitern. „Es gibt viel zu tun“, sagte die Lsbh-Präsidentin.

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