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Hessen: Die Lage auf dem Arbeitsmarkt trübt sich ein

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Der jahrelanger Rückgang der Arbeitslosenquote könnte enden. In einigen Kreisen steigen die Arbeitslosenzahlen schon wieder an.

Noch sinken die Arbeitslosenzahlen in Hessen leicht. Die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt nimmt nach Zahlen der Agentur für Arbeit aber ab. Stetig ist die Arbeitslosenquote in den vergangenen Jahren gesunken. Mit 4,5 Prozent lag sie im August auf sehr niedrigen Wert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosenzahl allerdings nur in geringem Maß gesunken. Die Quote stagnierte.

„Wir müssen uns an den Gedanken gewöhnen, dass die monatlichen Rekordmeldungen der letzten Jahre sich nicht so beliebig fortschreiben lassen“, sagt Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen bei der Agentur für Arbeit. Besonders im Bereich der Arbeitslosenversicherung gebe es nennenswerte Anstiege im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Nachfrage nach Helfern sinke deutlich. Eine negative Entwicklung gebe es zudem bei der Arbeitnehmerüberlassung und in Regionen mit vielen Beschäftigten im produzierenden Gewerbe.

In den Agenturbezirken Gießen, Hanau, Bad Homburg und Marburg liegt die Arbeitslosenquote über dem Wert von August 2018, in Darmstadt und Korbach auf dem Vorjahreswert. Positiv ist die Entwicklung dagegen weiterhin in Frankfurt. Dort sank die Quote gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,3 Punkte auf 5 Prozent. Die Frankfurter Agentur für Arbeit hebt besonders hervor, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen mit Hilfe von Arbeitsagentur und Jobcenter innerhalb eines Jahres um 1000 gesunken sei.

Zum Beginn des Ausbildungsjahres sind nach Zahlen der Regionaldirektion Hessen noch 9834 Lehrstellen unbesetzt. Das sind 16,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders viele unbesetzte Stellen gibt es für Kaufleute im Einzelhandel sowie Verkäuferinnen und Verkäufer. 6904 Bewerber sind noch auf der Suche.

Der DGB nimmt diese Zahlen zum Anlass, eine attraktivere duale Ausbildung zu fordern. Er setzt sich etwa für die Förderungen und den Bau von günstigen Wohnheimen für Auszubildende ein. Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände fordert die Landesregierung auf, die Verkehrsinfrastruktur auszubauen und den Wohnungsbau im Ballungsraum attraktiver zu machen. Das sei nötig, um den Beschäftigungsstand möglichst hoch zu halten.

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