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Wie Hessen den Künstlern in der Corona-Krise helfen will

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Das Land Hessen hat 50 Millionen Euro Soforthilfe für Künstler in der Krise zugesagt. Abgesagte Kulturfestivals können mit bis zu 500.000 Euro rechnen.

In den Kinos, Opernhäusern und Theatern ist es seit Mitte März still, zahlreiche Festivals müssen in diesem Sommer abgesagt werden, egal ob im Rheingau, in Bad Vilbel oder Bad Hersfeld. Zwar hat das Land Hessen nun kleine Veranstaltungen wieder erlaubt, die Obergrenze läge aber, falls baulich überhaupt möglich, bei gerade einmal 100 Besuchern. Viele Institutionen und Künstler bedroht dieser enorme Einnahmeverlust in ihrer Existenz. Mit Sondermitteln in Höhe von 50 Millionen Euro, zusätzlich zu den vom Bund beschlossenen Hilfen, will das Land die Betroffenen unterstützen.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (Grüne) sagte am Montag bei einer Pressekonferenz in Wiesbaden, das Land wolle mit dem Unterstützungspaket „ein deutliches Bekenntnis zum Wert von Kunst und Kultur gerade in schwierigen Zeiten“ abgeben. Abgesagte Kulturfestivals erhalten einen auf maximal 500 000 Euro gedeckelten Zuschuss, der sich nach den durchschnittlichen Kartenverkäufen der vergangenen drei Jahre richte. Freie Künstler, die in der Künstlersozialkasse versichert sind, erhalten von der Hessischen Kulturstiftung Stipendien von 2000 Euro, wenn sie eine kurze Projektskizze einreichen. Freie Bühnen, Literaturhäuser und Kinos erhalten 18 000 Euro Zuschuss für die Erarbeitung neuer Formate oder auch für Umbauten, die eine Neueröffnung erleichtern. Sie hoffe, dass auch Mäzene sich zur Unterstützung Kulturschaffender bereitfänden, sagte Dorn.

Die Opposition kritisierte, in Hessen habe es länger als in anderen Bundesländern gedauert, um ein Hilfspaket zu schnüren. Rheinland-Pfalz etwa habe ein entsprechendes Kulturförderprogramm schon vor drei Wochen verabschiedet, sagte Daniela Sommer (SPD).

Janine Wissler (Linke) bedauerte, dass durch die Koppelung der Hilfen an die Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse viele Freiberufler unberücksichtigt blieben. Außerdem sei die Einmalzahlung für einen monatelangen Verdienstausfall nicht existenzsichernd.

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