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Abschlussgottesdienst im Westfalenstadion beim Kirchentag 2019 in Dortmund. 2021 könnte das Waldstadion dafür der Ort sein.

Kirche

Hessen: Kicken, Boxen und Beten

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Kirche und Sport haben vieles gemeinsam, wie eine neue Broschüre zeigt.

Große Sportveranstaltungen und Gottesdienste haben einiges gemeinsam. Beide verbinden Menschen durch ein gemeinsames Interesse miteinander, bei beiden geht es um Begeisterung, um Hoffen, Bangen und das Überwinden von Grenzen.

Wo Kirche und Sport auch auf ganz praktischer Ebene zusammenkommen, illustriert eine Broschüre der evangelischen Kirche. „Zwischen Himmel und Erde bewegen“ heißt das Heft, das auf 36 Seiten 16 Beispiele für gelungene Kooperationen vorstellt.

„Wenn Kirchengemeinden und Sportvereine etwas gemeinsam auf den Weg bringen, dann haben beide etwas davon“, sagte Kirchenpräsident Volker Jung bei der Präsentation der Broschüre am Montag in Frankfurt. So könne ein Gottesdienst vor einem Sportfest Menschen ansprechen, die sonst vielleicht nicht in eine Kirche kommen würden. Auch könnten Gemeinden selbst Sportveranstaltungen organisieren. Sport habe, wie auch der Glaube, die Kraft, Grenzen zwischen Menschen zu überwinden, sagte Jung, der auch der Sportbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland ist. Das Heft solle dafür gute Beispiele liefern und Gemeinden wie auch Sportvereine zur Zusammenarbeit anregen.

Zusammenarbeit anregen Das Heft„Zwischen Himmel und Erde bewegen“ stellt 16 Beispiele der Zusammenarbeit von Kirche und Sportvereinen vor.

Konzipiertund herausgegeben wurde das 36 Seiten umfassende Heft von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW).

Die Broschürewird bis Ende September an die evangelischen Kirchengemeinden verschickt. Weitere Exemplare gibt es auf Bestellung unter der E-Mail-Adresse info@ekhn.de pgh

So veranstalten die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau jeweils ein Fußballturnier für ihre Konfirmanden, besuchen Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen ein Eishockeyspiel der Roten Teufel des EC Bad Nauheim und sprechen mit Fans und Vertretern des Vorstands über Spiritualität und Leidenschaft oder bietet das evangelische Jugendzentrum in Hanau-Kesselstadt Boxtraining für Jugendliche.

Sich auch um die Schwachen kümmern, Integration betreiben und die Inklusion fördern seien weitere gemeinsame Anliegen von Kirche und Sportvereinen wie etwa der Eintracht Frankfurt, sagte deren Vorstandsmitglied Axel Hellmann. Auch im Eintreten gegen „das schleichende Gift ausgrenzerischer, rechtspopulistischer Tendenzen“ habe man gemeinsame Ziele.

Im Stadion der Eintracht, in dem auch die Pressekonferenz zur Präsentation der Broschüre stattfand, gibt es außerdem seit vielen Jahren eine Kapelle, die vor allem für Eintracht-Fans ein beliebter kirchlicher Anlaufpunkt ist. Hier werden Ehen geschlossen und Kinder getauft.

Im Mai 2021 wird in Frankfurt der Ökumenische Kirchentag gefeiert. „Möglicherweise können wir den Abschlussgottesdienst ja im Waldstadion feiern“, sagte Kirchenpräsident Jung. Eine Vorstellung, die auch Eintracht-Vorstand Hellmann attraktiv findet. Er stellte in Aussicht, dass sich Freiwillige des Vereins als Helfer auf dem Kirchentag beteiligten könnten. Ehrenamtliche Trainer der Eintracht könnten zudem Bewegungsangebote für die Kirchentagsbesucher anleiten. Bei Jung stieß dieser Vorschlag ebenfalls auf freudige Zustimmung.

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