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Kampf gegen den Ausbau der A49: Solche Bilder soll es in Hessen künftig nicht mehr geben.
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Kampf gegen den Ausbau der A49: Solche Bilder soll es in Hessen künftig nicht mehr geben.

Verkehr

Rad statt Pkw: In Hessen soll es keine neuen Autobahnen mehr geben

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Minister Al-Wazir sieht Bedarf gestillt. Es gibt eine neue Task-Force für Radwege entlang von Landesstraßen.

  • Derzeit befinden sich drei Autobahnprojekte in Hessen noch in der Umsetzung.
  • Nach Ansicht von Verkehrsminister Tarek Al-Wazir soll das Netz danach nicht mehr wachsen.
  • Landesregierung will 244 Millionen Euro in die Verbesserung des Fuß- und Radverkehrs in Hessen investieren.

Noch befinden sich drei Autobahnprojekte in der Umsetzung: die Lückenschlüsse der A44, der A49 und der Riederwaldtunnel. Nach Ansicht von Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) werden anschließend keine neuen Trassen in Hessen mehr gebaut. „Danach wird das Netz nach meiner festen Überzeugung nicht mehr wachsen“, sagte er am Mittwoch (30.12.2020) in Wiesbaden. „Künftig wird es um Sanierung und Erhaltung, teilweise auch um Kapazitätserweiterung gehen.“

Zuständig sei dann aber alleine der Bund. Der übernimmt zum Jahreswechsel mit seiner neuen Autobahngesellschaft die Zuständigkeit über die Bundesautobahnen. Mehr als 900 der rund 3500 Beschäftigten von Hessen Mobil und des Landes Hessen haben dann eine neue Arbeitgeberin. Sie wechseln zu der „Autobahn GmbH“ und zum ebenfalls neu geschaffenen Fernstraßenbundesamt. Bislang hatte das Land im Auftrag des Bundes die Autobahnen in Hessen geplant, gebaut und betrieben. Das Land bleibt zuständig für die Planfeststellungsverfahren, die größeren Vorhaben vorausgehen müssen.

Hessen: Ein neuer Schwerpunkt soll die Planung von Radwegen an Bundes- und Landesstraßen sein

Hessen Mobil bleibt weiterhin für Bundes-, Landes- und Kreisstraßen zuständig. Hinzu kommen neue Aufgaben, die den Erfordernissen einer modernen Mobilitätspolitik Rechnung tragen sollen: „Verkehrsträger lassen sich nicht mehr isoliert betrachten und managen“, sagte Al-Wazir. Deshalb erhalte die Behörde zum 1. Januar eine neue Abteilung mit den Schwerpunkten Schienenverkehr, öffentlicher Personennahverkehr, Netzkonzepte, Radverkehr, Nahmobilität und Verkehrssicherheit.

Ein neuer Schwerpunkt soll die Planung von Radwegen an Bundes- und Landesstraßen sein. Eine Task Force mit insgesamt 18 Stellen kümmert sich darum. Weitere Stellen wurden geschaffen, die die Kommunen bei Projekten des Fuß- und Radverkehrs unterstützen, so Al-Wazir. Die Mittel für solche Vorhaben wurden in diesem Jahr von 13,5 auf 23,5 Millionen Euro erhöht. „Das Fahrrad wird als Alltagsverkehrsmittel immer beliebter“, sagte der Minister. „Die Infrastruktur muss dem folgen.“ In den kommenden drei Jahren wolle die Landesregierung insgesamt 244 Millionen Euro in die Verbesserung des Fuß- und Radverkehrs in Hessen investieren. „Das ist ein neuer Rekord.“

Investitionen

In hessische Autobahnen und Bundesstraßen einschließlich der an ihnen verlaufenden Radwege flossen in diesem Jahr knapp 860 Millionen Euro; in Landesstraßen und sie begleitende Radwege gut 136 Millionen Euro.

Zusätzlich zum eigenen Personal wandte das Land 79 Millionen Euro für Ingenieurfremdleistungen auf – etwa für Planungen, Gutachten, Bauabwicklung sowie Bauüberwachung.

Für 2021 liegt der Landesstraßenbauetat ebenfalls bei 132,1 Millionen Euro. Darin enthalten sind 8 Millionen für Radwege an Landesstraßen. 90 Prozent der Mittel fließen in Sanierung und Erhaltung.

Für Bundesstraßenprojekte sind 187 Millionen Euro beim Bund angemeldet. Zu den größten Vorhaben zählen der Ausbau der B49 und der Weiterbau der Ortsumgehung an der B252. (jur)

Zustand der Autobahnen in Hessen hat sich laut Al-Wazir verbessert

Die hiesigen Autobahnen sieht der Minister auf einem guten Weg. Nach jahrzehntelanger Vernachlässigung der Infrastruktur habe Hessen in den vergangenen Jahren beim Umsetzen des Bundesverkehrswegeplans den Schwerpunkt auf Sanierungen und Umbauten gesetzt. „Ich hoffe sehr, dass der Bund diese Linie weiterführt.“

Der Zustand der Autobahnen hat sich laut Al-Wazir verbessert. Auch mache sich bemerkbar, dass der Bund jetzt deutlich mehr insbesondere für die Brückensanierung zur Verfügung stellt. Wegen der intensiven Bautätigkeit sei Hessen das Bundesland mit der höchsten Baustellendichte. Hinzu komme eine überdurchschnittlich hohe Verkehrsbelastung. „Dass wir trotzdem beim Thema Stau nur im Mittelfeld rangieren, ist ein außerordentlicher Erfolg unserer Straßenbauverwaltung Hessen Mobil.“ (Jutta Rippegather)

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