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Die Straßenbahnen kamen gestern in Darmstadt entweder gar nicht oder später. 

Verkehr

Hessen: Kein Ende des Busfahrerstreiks in Sicht

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    Jens Joachim
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In Darmstadt fallen wegen des Streiks auch Straßenbahnen aus. Für Fahrgäste im Main-Taunus gibt es nur spärliche Informationen.

Pendler, Schüler sowie viele Fahrgäste von Bussen und Straßenbahnen mussten auch am Donnerstag im Rhein-Main-Gebiet viel Geduld aufbringen und mitunter längere Fahrtzeiten in Kauf nehmen. In Wiesbaden und im Main-Taunus-Kreis entfielen einige Regionalbuslinien, bis zu 100 Busfahrer legten dort ihre Arbeit nieder. Ausfälle gab es auch in Fulda, Gießen und Offenbach.

In Darmstadt wurden nach Angaben des Nahverkehrsunternehmens Heag mobilo auch am dritten Streiktag alle Stadtbuslinien bestreikt. Zudem fuhren dort am Donnerstag wegen eines eintägigen Solidaritätsstreiks nur etwa die Hälfte der Straßenbahnlinien. Die Gewerkschaft Verdi hatte die Straßenbahnfahrer von Heag mobilo zu diesem Ausstand aufgerufen.

Die Straßenbahnen der Linien 2, 4, 6 und 7 fuhren überhaupt nicht, die Bahnen der Linie 1 wurden zeitweise bestreikt, waren aber vom Nachmittag an wieder im Stundentakt unterwegs. Wer zum Beispiel am Donnerstag vom nördlichen Darmstädter Stadtteil Arheilgen in die Innenstadt zum Luisenplatz fahren wollte, musste teilweise fast die dreifache Fahrtzeit einplanen.

Die Fahrten der Trambahnlinie 8, die im 45-Minuten-Takt zwischen Arheilgen und Alsbach unterwegs war, wurde jedoch nicht in der RMV-App angezeigt. Stattdessen wurde Fahrgästen empfohlen, entweder zur S-Bahn-Station Arheilgen oder zum Nordbahnhof zu laufen, um von dort entweder mit S- oder Regionalbahn zum Darmstädter Hauptbahnhof und dann weiter mit Regionalbussen in die Innenstadt zu gelangen.

Vom Streik betroffen waren laut Heag mobilo neben den Darmstädter Stadtbuslinien auch mehrere Linien im Landkreis Darmstadt-Dieburg sowie im Kreis Groß-Gerau. Auch der Airliner zwischen der Darmstädter Innenstadt und dem Frankfurter Flughafen fuhr weiterhin nicht.

Ratlosigkeit herrschte gestern bei vielen Fahrgästen, die am Hofheimer Bahnhof auf einen Bus warteten. Fast eine Stunde sitze sie schon im Wartehäuschen, der Schnellbus nach Königstein verkehre aber wohl nicht, berichtete eine Frau. Informationen, welche Regionalbuslinien in Richtung Wiesbaden und Hochtaunuskreis bestreikt wurden, fehlten auf den großen Anzeigetafeln. Lediglich auf der Internetseite des RMV waren die 16 Buslinien genannt, die DB-Regio-Bus-Mitte und Transdev betreiben und die gestern vom Streik betroffen waren. Den meisten Fahrgästen, darunter vielen Schülern, blieb nichts anderes übrig, als auf die S-Bahn auszuweichen und über Frankfurt-Höchst in den Main- und Hochtaunuskreis oder nach Wiesbaden weiterzufahren.

Anstatt 25 Minuten mit dem Bus sei sie mit dem Zug locker eine Stunde unterwegs, sagte eine Schülerin. Er sei bereits morgens wegen des Busfahrerstreiks eine halbe Stunde zu spät in die Schule gekommen, berichtete ein Elftklässler. Den Heimweg am Nachmittag in den Hofheimer Stadtteil Diedenbergen trat der Jugendliche deshalb lieber gleich zu Fuß an.

Eine Übersicht über die vom Streik betroffenen Regionen und Städte hat der RMV online unter www.rmv.de veröffentlicht. Hinweise zu alternativen Fahrtmöglichkeiten in und um Darmstadt gibt es auf www.heagmobilo.de.

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