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Wie hier in Bacharach donnern die Züge im Abstand von nur wenigen Metern an den Häusern vorbei.

Zugverkehr

Kampf gegen Verkehrslärm in Hessen

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Verkehr macht Krach - auf Schiene, Straße und in der Luft. Aber es gibt Versuche, das zu ändern.

Das Bürgernetzwerk Pro Rheintal fordert Politiker aller Couleur auf, die Regeln für Verkehrslärm so zu gestalten, dass für die Bevölkerung zumindest ein gesunder Nachtschlaf möglich ist. Daran erinnert Pro Rheintal-Chef Frank Gross anlässlich des heutigen „Tag gegen Lärm“. Die Deutsche Bahn teilt mit, dass sie in Hessen mehr als 20 Millionen Euro investiert in Schallschutzwände und Einbauten in Wohnungen. Das Regierungspräsidium (RP) in Darmstadt klärt über den Stand der Aktionspläne auf, mittels derer das Land Hessen die Belastung der steigenden Mobilität mindern will. Und die Bundesvereinigung gegen Fluglärm fordert, das rund zwölf Jahre alte Fluglärmgesetz zu novellieren, um den Schallschutz zu verbessern. „Künftig muss es zu einer Gleichbehandlung von bestehenden Flughäfen mit Ausbauflughäfen kommen.“

Eigentlich könnte Pro Rheintal zufrieden sein. Das Bürgernetzwerk hat viel erreicht. Vom nächsten Jahr an dürfen keine lauten Güterzüge mehr fahren, denn dann sind Kunststoffbremsen Pflicht. Um den Stand der Umrüstung zu dokumentieren und laute Waggons und Züge zu kontrollieren, haben Bund und Bahn in Lahnstein und Andernach die ersten von insgesamt 18 geplanten Messstationen in Deutschland in Betrieb genommen. Doch Gross reicht das nicht: Er sieht noch Klärungsbedarf bei den Standorten, Auswertungen und vor allem Konsequenzen aus den Ergebnissen.

Der „Tag gegen Lärm“ ist der 24. April. Ausgerufen wurde er von der Deutschen Gesellschaft für Akustik (DEGA).

Er soll Folgen von Lärm aufzeigen und Wege zur Minderung.

Lärmbelastung beeinträchtigt die Gesundheit und mindert die Lebensqualität.

Die DEGA ruft auf, um 14.15 Uhr für 15 Sekunden absolut ruhig zu sein. (jur)

Nach Angaben der Deutschen Bahn sind inzwischen 85 Prozent ihrer Güterwagen mit sogenannten Flüsterbremsen unterwegs. In Folge der Absenkung der Grenzwerte vor drei Jahren sei seit Anfang dieses Jahres ein neues Gesamtkonzept zur Lärmsanierung gültig, von dem künftig rund 2200 Kommunen, Städte und Gemeinden profitierten.

Das RP in Darmstadt wiederum hat den Straßenverkehr in südhessischen Ballungsräume und Hauptverkehrsstraßen im Visier. Fast 1000 Abschnitte seien auf ihre Lärmbelastung untersucht worden. Derzeit stimmen sich die Darmstädter mit anderen Behörde ab, wie sich Lärm effektiv mindern lässt. Den Schwerpunkt bilden zum einen bauliche Änderungen wie Schallschutzwände, Fahrbahndecken-Sanierungen und Zuschüsse zu Schallschutzfenstern. Aber auch Verkehrseinschränkungen könnten dem Lärmschutz dienen, teilt ein RP-Sprecher mit. So seien seit Jahresbeginn an sechs Hauptverkehrsstraßen Tempo 30 aus Lärmschutzgründen angeordnet worden.

Ein weiterer Schwerpunkt der aktuellen Runde der Lärmaktionsplanung liegt demnach auf der Entwicklung ruhiger Gebiete. Diese sollen vor einer weiteren Zunahme des Lärms geschützt werden.

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