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Immobilienpreise in 2022 gestiegen - Deutliche Unterschiede zwischen Süd- und Nordhessen

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Von: Gregor Haschnik

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Die Zahl der abgeschlossenen Kaufverträge in Hessen ist im Krisenjahr 2022 gesunken, im Gegensatz zu den Immobilienpreisen.

Frankfurt - Das vergangene Jahr war von Krisen wie dem Krieg in der Ukraine und der Corona-Pandemie, Inflation und höheren Zinsen geprägt. Nichtsdestotrotz sind die Preise für Wohnimmobilien in Hessen insgesamt weiter gestiegen. Das geht aus einer Studie der Zentralen Geschäftsstelle der Gutachterausschüsse für Immobilienwerte in Hessen (ZGGH) hervor. Diese untersucht mithilfe der eingegangenen Kaufverträge, wie sich der Immobilienmarkt entwickelt. Nachdem etwa 85 Prozent der Verträge ausgewertet seien, zeichnet sich neben dem Preisanstieg ein deutlicher Rückgang bei der Zahl der Vertragsabschlüsse an – um etwa 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das teilte die Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation am Freitag mit.

Beide Trends seien sowohl in Nord- als auch in Südhessen zu beobachten. Bei der Höhe der Preise hingegen bestehen große regionale Unterschiede: So wurde den Angaben zufolge ein freistehendes Einfamilienhaus in Südhessen – zu dem das teure Rhein-Main-Gebiet gehört – im Durchschnitt für 580 000 Euro verkauft. Im Vergleich zum vergangenen Jahr stieg die Summe um 9,8 Prozent. Demgegenüber wurden für ein solches Haus in Nordhessen im Schnitt 287 000 Euro fällig – ein Anstieg von 11,2 Prozent.

Eine wiederverkaufte Eigentumswohnung kostete 2022 in Südhessen im Schnitt 3950 Euro pro Quadratmeter. Monika Skolimowska/dpa
Eine wiederverkaufte Eigentumswohnung kostete 2022 in Südhessen im Schnitt 3950 Euro pro Quadratmeter. Monika Skolimowska/dpa © dpa

Immobilien in Hessen: Seit 2015 sind die Preise stetig gestiegen

Für ihre Studie nutzt die ZGGH eine Sammlung der Gutachterausschüsse, in der alle unterschriebenen und notariell beurkundeten Kaufverträge anonymisiert erfasst werden.

Für eine wiederverkaufte Eigentumswohnung wurden in Südhessen 2022 durchschnittlich 3950 Euro pro Quadratmeter bezahlt (2021: 3.550 Euro), in Nordhessen 2300 Euro pro Quadratmeter (2021: 2050 Euro). Seit 2015 sind die Preise für Eigentumswohnungen und freistehende Einfamilienhäuser stetig gestiegen. Auffällig ist zudem, dass der Index für Immobilienpreise in den vergangenen Jahren stärker gestiegen ist als jener für Baupreise.

Die Bauindustrie forderte kürzlich mehr staatliche Förderung. Kostensteigerungen und höhere Zinsen hätten dazu beigetragen, dass die Zahl der erteilten Baugenehmigungen von Januar bis Oktober 2022 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,5 Prozent gesunken sei. Weitere Informationen gibt es www.gutachterausschuss.hessen.de. (Gregor Haschnik)

Besonders in Frankfurt sind die Immobilienpreise schwindelerregend hoch, der Wohnungskauf bleibt hier für viele ein Traum. Auch die Finanzierung ist in Frankfurt deutlich schwieriger geworden.

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