Bald dürfen Heimbewohner auch wieder mehr Besuch empfangen.
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Bald dürfen Heimbewohner auch wieder mehr Besuch empfangen.

Hessen

Hessen: Im Heim kommt wieder öfter Besuch

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Hessens Landesregierung erlaubt drei Treffen pro Woche in Alten- und Pflegeheimen. Begegnungsstätten dürfen wieder öffnen, und es gibt weitere Lockerungen.

Alte und pflegebedürftige Menschen, die in Heimen leben, können wieder öfter Besuch bekommen. Bisher ist nur ein Besuch pro Woche erlaubt, vom kommenden Montag an sind drei Besuche pro Woche möglich. Verboten bleibt aber der Zugang für Personen mit akuten Atemwegsinfekten.

Für behinderte Menschen, die in einer stationären Einrichtung wohnen, geht die Öffnung noch weiter. Sie dürfen jeden Tag Besuch von einer Person erhalten. Das haben Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) am Donnerstag in Wiesbaden mitgeteilt.

Die Regelung ist abgestimmt mit der Liga der Freien Wohlfahrtspflege und den privaten Anbietern sozialer Dienste, deren Vertreter dem Konzept zustimmten – anders als bei der ersten Öffnung der Heime für Besucher. Damals hatten die Träger beklagt, man lasse ihnen zu wenig Zeit für die Umsetzung.

Hygienekonzept muss erarbeitet werden

Auch diesmal könne es sein, „dass wir nicht alle Einrichtungen aufmachen am Montag“, sagte Ralf Geisel, der hessische Landesvorsitzende im Bundesverband der privaten Anbieter. Überall müsse vorher ein Hygienekonzept für die Umsetzung erarbeitet werden.

Dabei werde nicht mehr jeder Besuch von Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern der Heime begleitet, fügte Michael Schmidt vom Liga-Vorstand hinzu. Das sei personell nicht zu leisten. Schmidt nannte die Drei-Tage-Regelung einen „Zwischenschritt“ auf dem Weg zu vollen Besuchsmöglichkeiten.

Schon jetzt ist es nach seinen Worten möglich, dass Angehörige die Heimbewohner zu einem Treffen mit nach Hause nähmen. „Natürlich können die Bewohnerinnen und Bewohner jederzeit die Einrichtung verlassen“, sagte Schmidt. Man bitte aber darum, dass alle Beteiligten dabei die notwendigen Schutzvorkehrungen träfen.

Öffnen dürfen ab Montag die Seniorenbegegnungsstätten für Treffen bis zu 100 Menschen. Gemeinsames Singen bleibt aber verboten. Auch teilstationäre Tages- und Nachtpflegeeinrichtungen für Menschen mit Behinderungen werden wieder geöffnet.

Bouffier sagte, die Einschränkung der sozialen Kontakte sei für die Menschen in den Heimen „extremst belastend“. Die Lockerung bedeute für sie „einen gewaltigen Schritt“, sei zugleich aber „auch ein großer Aufwand für diejenigen, die die Heime betreiben“.

Größere Veranstaltungen

Generell sind ab Montag in Hessen wieder größere Veranstaltungen zugelassen, sofern Hygieneregeln eingehalten werden. Die Regierung hat die Obergrenze von 100 auf 250 Personen heraufgesetzt.

Selbst Großveranstaltungen sind nicht mehr ausgeschlossen, sofern das Konzept ausreichende Hygiene ermöglicht. So hält Bouffier es für denkbar, wieder Zuschauer zu Bundesligaspielen zuzulassen.

Überlegt wurde, ob dies mit personalisierten Tickets auf einer reduzierten Anzahl von Sitzplätzen möglich ist. Bouffier sprach sich aber dafür aus, in dieser Frage einheitliche Regelungen für alle Bundesländer zu schaffen. Es habe keinen Sinn, wenn im Frankfurter Stadion mit Publikum gespielt werden könne, in anderen Stadien aber nicht. Daher schlug er vor, dass die Deutsche Fußball-Liga ein Konzept erarbeiten solle.

Von nächster Woche an dürfen auch wieder mehr Kundinnen und Kunden gleichzeitig in Geschäften einkaufen. Bisher musste pro Person eine Fläche von 20 Quadratmetern im Laden zur Verfügung stehen. Diese Zahl wird nun auf zehn Quadratmeter verringert. Es muss aber weiter eine Mund-Nasen-Bedeckung in den Geschäften getragen werden.

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