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In diesem Jahr kommen sie nicht, die Sternsinger. Im Bild Kinder 2018 in Königstein. Foto: Rolf Oeser
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In diesem Jahr kommen sie nicht, die Sternsinger. Im Bild Kinder 2018 in Königstein.

Sternsinger

Keine Hausbesuche in Hessen an den Heiligen Drei Königen

  • Peter Hanack
    vonPeter Hanack
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Die Hausbesuche der Heiligen Drei Könige fallen überall in Hessen wegen der Pandemie aus. Der Segen kommt deshalb per Postkarte.

Die Sternsinger müssen bundesweit wegen der Corona-Pandemie zu Hause bleiben. So hat es der Träger der Aktion entschieden. Das heißt aber nicht, dass der traditionelle Haussegen für 2021 ausfallen muss, denn die Kirchengemeinden vor Ort haben viel Kreativität entwickelt, um Ersatz anbieten zu können.

Kinder für Kinder

Das Dreikönigssingen wird vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ sowie dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend getragen.

Seit 2015 gehört es zum immateriellen Unesco-Weltkulturerbe. Es ist nach Angaben der Veranstalter die größte Solidaritätsaktion ihrer Art weltweit. Jährlich sind Hunderttausende Kinder und Jugendliche dafür im Einsatz.

Die Spenden, die gesammelt werden, kommen jedes Jahr einem anderen Zweck zugute. Die Sternsinger selbst dürfen lediglich die geschenkten Süßigkeiten behalten.

Knapp 53 Millionen Euro kamen im vergangenen Jahr zusammen. 2021 will die Aktion auf Mädchen und Jungen aufmerksam machen, die in der Ukraine mit nur einem Elternteil, bei Großeltern oder in Pflegefamilien aufwachsen, weil ihre Eltern im Ausland arbeiten. Schätzungen zufolge sind dort zwei Millionen Kinder betroffen. Die Aktion wurde wegen Corona verlängert und läuft bis zum 2. Februar. pgh

Die katholische Sankt Jakobusgemeinde erstreckt sich über die Frankfurter Stadtteile Niederrad, Schwanheim und Goldstein. Dort ist das Dreikönigssingen sehr beliebt, mehr als 60 Kinder und Jugendliche beteiligen sich in normalen Jahren daran. 400 Haushalte und Geschäfte – sowie die im Pfarrbezirk liegende Zentrale des Deutschen Fußballbunds – werden besucht. Die Gemeinde hat sich viele Gedanken gemacht und zahlreiche Ideen umgesetzt, um die Menschen trotz der Absage von Hausbesuchen erreichen zu können.

Heilige Drei Könige in Zeiten von Corona

Pastoralreferent Hans-Peter Labonte erzählt, wie das gelingen soll. So oder so ähnlich geschieht das vielerorts in Hessen. „Wir hatten die Hausbesuche schon abgesagt, bevor das bundesweit entschieden wurde“, sagt Labonte. Schließlich könne man nicht Kinder losschicken, um Leute zu kontaktieren, wenn überall die Kontakte eingeschränkt werden sollten.

Also haben sie in Niederrad ein Video gedreht. Drei Kinder aus einer Familie plus eine beste Freundin bildeten dazu ein Sternsingerteam, dessen fiktiver Besuch bei einer Familie gefilmt wurde. Vom 6. Januar an, dem Dreikönigstag, null Uhr, soll der Film auf Youtube abrufbar sein. Wer das nicht nur ansehen, sondern selbst erleben will, kann die Gottesdienste der Gemeinde am Dreikönigstag besuchen – zwar mit Abstand und Maske, aber auch dort ist jeweils eine Sternsingergruppe dabei. „Wenn die Sternsinger nicht zu Ihnen kommen können, kommen Sie zu den Sternsinger“, lautet das Motto. „In den Kirchen haben wir genug Platz, den Abstand einzuhalten, anders, als es vielleicht im Überschwang der Freude an der Haustür geschieht“, erklärt Labonte.

Wegen Corona: Haussegen als Aufkleber

Und der traditionelle Haussegen „C+M+B+“ („Christus mansionem benedicat“, Christus segne dieses Haus)? Wird dieses Mal nicht mit Kreide über die Wohnungstür geschrieben, sondern auf Aufklebern verteilt, wie sie in den vergangenen Jahren schon mancherorts genutzt wurden. „Wir werfen die Postkarten mit dem Segensspruch in die Briefkästen ein, wo wir sonst klingeln würden“, sagt Labonte. Wer will, kann die Postkarte auch bestellen, wenn er sich im Pfarrbüro auf eine Liste einträgt.

Dort kann man auch Geld spenden, wie es von den Sternsingern sonst gesammelt wird. Oder es auf das Konto überweisen, das auf der Postkarte angegeben ist. „Ich habe keine Ahnung, wie viel das dieses Jahr wird“, sagt der Pastoralreferent. Knapp 15 000 Euro waren es 2020. Und die Süßigkeiten, die die Sternsinger als Lohn für ihre Mühe erhalten? Davon werde es dieses Mal wohl deutlich weniger geben. (Peter Hanack)

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