Nach den Ferien soll an den Schulen in Hessen Normalität einkehren – mit Einschränkungen.
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Nach den Ferien soll an den Schulen in Hessen Normalität einkehren – mit Einschränkungen.

Bildung

In Hessen gibt es wieder Unterricht nach Stundenplan

  • Peter Hanack
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Nach den Ferien soll an den Schulen in Hessen Normalität einkehren – mit Einschränkungen. Was geht und was nicht, hat Kultusminister Lorz jetzt erklärt.

Nach den Sommerferien soll die Schule in Hessen wieder normal laufen. Wobei normal heißt, dass es „einen Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen“ geben wird. Was das bedeutet, hat Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Dienstag erläutert.

Schule soll vom 17. August, dem ersten Tag des neuen Schuljahrs, wieder an fünf Tagen die Woche stattfinden. Und zwar als Präsenzunterricht, also direkt in den Schulen, und das für alle Klassen und Kurse gleichermaßen, ohne eine Begrenzung der Gruppengröße. Für Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte gilt dann wieder die Anwesenheitspflicht. Wer sich davon befreien lassen möchte, müsse ein ärztliches Attest vorlegen, so der Minister.

„Unterricht, Unterricht, Unterricht ist unsere erste Priorität“, sagte Lorz in Wiesbaden, wo er die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe zum Schuljahresbeginn vorstellte. An dem Konzept beteiligt waren neben Vertretern des Ministeriums und der Schulämter auch Eltern, Schülersprecher, Schulleiter und Mitglieder des Hauptpersonalrats.

Klassenfahrten möglich

Damit alle Schülerinnen und Schüler wieder die Schule besuchen können, wird das Abstandsgebot in den Klassenräumen aufgegeben. Weiterhin gelten allerdings die allgemeinen Hygieneregeln, etwa regelmäßiges Händewaschen oder das Desinfizieren von Oberflächen. Außerhalb der Unterrichtsräume müssen Masken getragen werden.

So wird es seit nunmehr zehn Tagen in den Grundschulen gehandhabt. Die guten Erfahrungen dort, so Lorz, hätten ihn ermutigt, den Regelbetrieb auch wieder an den weiterführenden Schulen aufnehmen zu können: „Jeder Tag, an dem ein Kind in die Schule geht, ist ein guter Tag.“

In einer Ferienakademie sollen Schüler bis Klsse 8 Versäumtes aus Hauptfächern nachholen können. 

Es gibt Sommercamps für Haupt- und Realschüler sowie das digitale Lernangebot „Ferdi“ für die Klassen 1 bis 5. Informationen und Anmeldung unter kultusministerium.hessen.de pgh

Unterrichtet werden soll nach Möglichkeit in festen Lerngruppen. „Wir wollen eine unkontrollierte Durchmischung verhindern“, erklärte Lorz. Er räumte allerdings ein, dass dies nicht immer hundertprozentig möglich sei. Für Fächer wie Religion, bei denen Schüler aus mehreren Klassen zusammenkommen, könnte dies heißen, dass sie nicht stattfinden können.

Grundsätzlich soll der normale Stundenplan eingehalten werden. Die Unterrichtsinhalte sollen den vorgesehenen Lehrplänen folgen. Lorz schloss aber nicht aus, dass es dabei aufgrund der in den vergangenen Monaten entstandenen Lücken Abstriche im Stoffumfang geben könnte. So werde im Abitur 2021 wahrscheinlich nur ein begrenzter Prüfungsstoff abgefragt. Sitzenbleiben, das im gerade zu Ende gehenden Schuljahr ausgesetzt worden war, soll es aber wieder geben.

Sogar Klassenfahrten sollen wieder möglich sein. „Wir wollen das alles langsam wieder ins Laufen bringen“, kündigte Lorz an. Zunächst sollen die Exkursionen auf einen Tag beschränkt bleiben. Dies gelte für das erste Schulhalbjahr. Besuche etwa von Gedenkstätten seien dann wieder denkbar.

Lehrkräfte können sich kostenfrei auf das Coronavirus testen lassen. Die Schulen sollen rechtzeitig vor dem Schulstart Schutzausrüstungen erhalten. In den vergangenen Wochen seien bereits in vier Lieferungen rund zwei Millionen Mund-NaseSchutzmasken, 26 000 Liter Desinfektionsmittel, rund 50 000 FFP2-Masken, 70 000 Schutzhandschuhe, 20 000 Kittel sowie 6000 Gesichtsschutzschilde an die Schulen gebracht worden.

Lorz geht davon aus, dass es auch nach den Ferien an einzelnen Schulen oder in manchen Regionen wieder zu Einschränkungen des Unterrichts kommen könne. Einzelne Schüler, die nicht in die Schule kommen könnten, sollen per Video zugeschaltet werden. Außerdem werde aktuell das Schulportal ausgebaut, um die Möglichkeiten des Homeschoolings zu verbessern. Die Weiterbildungen für digitalen Unterricht liefen auf Hochtouren, die Schulen dürften zudem bis auf weiteres alle erhältlichen Videokonferenzsysteme nutzen.

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