Niemand müsse wegen Corona Angst haben, den Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen.
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Niemand müsse wegen Corona Angst haben, den Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen.

Hessen

Hessen: Gesundheitsminister Klose ermuntert zum Arztbesuch

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne), Mediziner und Vertreter von Krankenhäusern ermuntern zum Arztbesuch. Niemand müsse wegen Corona Angst haben, den Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen.

Die hessischen Ärzte und Vertreter von Krankenhäusern warnen die Menschen davor, Warnsignale ihres Körpers zu übersehen und wegen Corona-Bedenken den Arztbesuch zu meiden. Das hoben Steffen Gramminger, geschäftsführender Direktor der Hessischen Krankenhausgesellschaft, und Frank Dastych, Chef der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen, in einem Gespräch mit der Frankfurter Rundschau hervor, an dem auch Sozialminister Kai Klose (Grüne) teilnahm. „Niemand muss Angst haben, in Arztpraxen oder ins Krankenhaus zu gehen“, stellte der Minister fest.

„Gerade der cardiovaskuläre Bereich bereitet uns große Sorge, aber auch der neurologische Bereich“, sagte Gramminger. Darunter fallen etwa Herzinfarkte und Schlaganfälle, die so schnell wie möglich behandelt werden müssen. Die Belegung der Kliniken sei zwischenzeitlich auf rund 50 Prozent heruntergegangen, berichtete er. Inzwischen liege sie wieder bei rund 70 Prozent.

Kassenärzte-Chef Dastych berichtete mit Sorge, die Zahl der ambulanten Operationen sei um 80 bis 90 Prozent gesunken. Er beklagte auch einen „deutlichen Rückgang bei den Vorsorgeuntersuchungen“.

Die KV und die Krankenhausgesellschaft reagieren: Eine gemeinsame Kampagne unter dem Motto „Sicher für Sie da – Ihre Arztpraxen und Krankenhäuser in Hessen“ soll in der nächsten Woche vorgestellt werden. Es gehe darum, „ängstliche Patienten zu beruhigen“ und sie zu warnen, dass längeres Warten ihre Gesundheit gefährde, erklärte Gramminger. Gesundheitsminister Kai Klose unterstützt die Kampagne als Schirmherr.

Schlüsse aus Krise ziehen

Nach Einschätzung der Organisationen wurde die Corona-Pandemie in Hessen im Vergleich zum Ausland gut bewältigt, weil die niedergelassenen Ärzte, die Krankenhäuser und der öffentliche Gesundheitsdienst gut zusammengearbeitet hätten.

„Aus den Konkurrenten wurden Partner“, formuliert Gramminger und lobt ebenso wie Dastych die „sektorenübergreifende Zusammenarbeit“. Die „Patientensteuerung“ sei „unheimlich wichtig“ gewesen, erklärte Gramminger. Überwiegend seien Covid-Patienten ambulant behandelt worden, um nur die schweren Fälle in Kliniken einliefern zu müssen, ergänzte Dastych. Die hessische Landesregierung will nach Kloses Worten Schlüsse aus der Corona-Krise ziehen und diese dann in der Gesundheitspolitik umsetzen. Klose kündigte an, dass er in diesem Sommer einen neuen hessischen Krankenhausplan vorlegen werde, der ein „Sonderkapitel Covid-19“ enthalte.

„Wir werden Lehren aus dieser Pandemie einbeziehen“, sagte er. So werde in dem Plan stehen, welche „Vorhaltekapazitäten“ notwendig seien. Während der ersten Wochen der Corona-Pandemie hatten kurzfristig die Kapazitäten an Beatmungsgeräten und Schutzausrüstung aufgestockt werden müssen. Auch die Zahl der verfügbaren Betten war erhöht worden, indem die Kliniken eine Reihe von verschiebbaren Operationen vertagten.

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