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Wälder sind unverzichtbar für gutes Klima, leiden aber selbst stark unter Hitze und Trockenheit der vergangenen Jahre.

Klimaschutz

Geld für Klimaschützer Wald verlangt

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Die Waldbesitzer fordern eine gesellschaftliche Honorierung ihrer Leistung. Sie denken an eine Summe in Millionenhöhe - und haben dafür Argumente, die mit dem Emissionshandel zusammenhängen.

Die hessischen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer wollen für ihren Beitrag zum Klimaschutz honoriert werden. Sie fordern ein Entgelt dafür, dass sie mit der Unterhaltung des Forstes zum Abbau des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) beitragen. In der Öffentlichkeit und bei den politisch Verantwortlichen sei „diese unverzichtbare Klimaschutzleistung des Waldes“ noch nicht ausreichend bekannt.

Das haben der Präsident des Hessischen Waldbesitzerverbandes, Michael von der Tann, und der Vorsitzende der Familienbetriebe Land und Forst Hessen, Philipp Victor Russell, bei einer Video-Pressekonferenz am Donnerstag deutlich gemacht. Angemessen wäre aus ihrer Sicht ein Betrag von 112,50 Euro pro Hektar Wald. Für Hessen mit seinen rund 900 000 Hektar Wald würde sich das auf eine Summe von gut 100 Millionen Euro pro Jahr belaufen.

Kampagne

Die Zahl Acht steht im Mittelpunkt der Kampagne der Waldeigentümer. Der Grund: Ein Hektar Wald bindet pro Jahr im Schnitt acht Tonnen CO2. „Jeder Hektar Wald verdient also Be-8-ung“, heißt es in der Kampagne.

25 Euro pro Tonne ausgestoßenes CO2 betragen die Kosten, die von Bund und Ländern für den Emissionshandel festgelegt wurden. Der Preis steigt bis 2025 schrittweise auf 55 Euro. pit

Da es sich um eine bundesweite Kampagne handelt, nahmen auch die Bundesvorsitzenden der beiden Verbände an der Pressekonferenz teil und stellten sich hinter die Pläne. Für ganz Deutschland summiert sich die Forderung auf etwa 1,2 Milliarden Euro im Jahr. Insgesamt gibt es 11,4 Millionen Hektar Wald in der Bundesrepublik.

Die Verbandsvertreter argumentieren mit der Kohlendioxid-Bepreisung, die im nächsten Jahr in Deutschland eingeführt wird. Nach dieser müssen Unternehmen, die mit Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel handeln, dafür einen CO2-Preis berappen. Sie werden verpflichtet, für den Treibhausgas-Ausstoß, den ihre Produkte verursachen, Verschmutzungsrechte in Form von Zertifikaten zu erwerben.

Die Bundesregierung lasse sich die Emissionsrechte „kräftig bezahlen“, sagte von der Tann. Das Geld stehe aber nicht ihr zu, sondern denjenigen, deren Wald CO2 abbaue. „Wir bewirtschaften den Wald.“ Daher gehe es um eine angemessene Vergütung und nicht um Subventionen oder Steuergeld, betonte Christian Raupach, der Geschäftsführer des hessischen Waldbesitzerverbandes.

Verbandspräsident von der Tann hob die ökologische Bedeutung des Waldes hervor. Er reguliere den Wasserkreislauf, produziere Sauerstoff und bewahre die Artenvielfalt. Außerdem gehe es darum, der Bevölkerung einen „Erholungsraum“ zu erhalten. Durch Stürme, Dürre und Schädlinge sei der Wald kaum noch wirtschaftlich zu unterhalten. „Die Gesellschaft muss da ihren Part spielen“, forderte von der Tann.

Ähnliche Diskussionen gibt es nach Angaben der Verbandsvertreter im Ausland. So erhielten Forstwirte in Neuseeland bereits eine Vergütung für ihre Klimaschutzleistungen, sagte Max von Elverfeldt, der Bundesvorsitzende der Familienbetriebe Land und Forst. Auch in europäischen Ländern wie Österreich und Luxemburg werde über eine solche Lösung diskutiert.

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