Driedorf

Hessen: Geheimes Waffendepot entdeckt

  • Hanning Voigts
    vonHanning Voigts
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In einem Waldstück bei Driedorf in Hessen wurde ein Waffendepot unter einem entwurzelten Baum gefunden. In vier Kisten fanden die Ermittler Schusswaffen, Sprengstoff und Zünder.

Unter einem entwurzelten Baum in der Nähe von Driedorf (Lahn-Dill-Kreis) sind am Samstag vier Kisten mit Sprengstoff, Zündern, Munition und Schusswaffen entdeckt worden. Wie die Polizei mitteilte, hatten Arbeiter die Kisten am Vormittag bei Holzarbeiten in einem Waldstück gefunden und gegen 10.30 Uhr die Polizei alarmiert. Der Baum, unter dem das Waffendepot vergraben war, war von einem Sturm umgerissen worden.

Experten des hessischen Landeskriminalamts (LKA) fanden in den Kisten zwei scharfe Pistolen, Handgranaten, Munition verschiedener Kaliber, Sprengstoff, Sprengschnüre und verschiedene Zünder. Da etwa 150 Zünder nicht als stabil genug für einen Transport eingeschätzt wurden, wurden sie vor Ort kontrolliert gesprengt. Die restlichen Waffen werden jetzt im LKA in Wiesbaden untersucht, es wird wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Waffengesetz und das Kriegswaffenkontrollgesetz ermittelt.

Ein Polizeisprecher sagte der Frankfurter Rundschau auf Nachfrage, der Umfang des Waffendepots habe auch die Ermittler überrascht. „Das ist auch für uns als Polizei ein außergewöhnlicher Fund“, sagte der Sprecher. Über die Herkunft der Waffen und die Motivation, sie zu vergraben, könne man derzeit noch nichts sagen. Es sei auch noch nicht klar, ob die Waffen aus Beständen der Polizei oder der Bundeswehr stammen könnten.

Teile der Waffen seien zum Schutz gegen die Witterung gut eingepackt gewesen, die Munition sei zum Teil noch original verpackt gewesen, sagte der Sprecher. Es handele sich beim Inhalt der Kisten nicht um Material aus dem Zweiten Weltkrieg, die Waffen seien offensichtlich wesentlich jünger. Über Chargen- und Seriennummern versuche man nun herauszufinden, woher die Waffen stammten.

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