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Hessen: Furcht vor einem Lieferstopp für Gas

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Von: Christoph Manus

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Die Industrie in Hessen, hier der Industriepark Höchst in Frankfurt, befürchtet, dass sich die Energie- und Rohstoffkrise weiter zuspitzt.
Die Industrie in Hessen, hier der Industriepark Höchst in Frankfurt, befürchtet, dass sich die Energie- und Rohstoffkrise weiter zuspitzt. © Oeser

Die Unternehmen in Hessen blicken wieder deutlich pessimistischer in die Zukunft. Das hat stark mit dem Krieg in der Ukraine und der Angst vor wachsenden Energieengpässen zu tun.

Der Krieg in der Ukraine und dessen Auswirkungen drücken die Stimmung in der hessischen Wirtschaft stark. Die Unternehmen befürchten nach einer Konjunkturumfrage des Hessischen Industrie- und Handelskammertags (HIHK) insbesondere einen Lieferstopp für Erdgas aus Russland. Im Schnitt rechnen die mehr als 2700 befragten Betriebe inzwischen wieder mit schlechter werdenden Geschäften.

Schon jetzt nennen nach Zahlen des HIHK fast drei Viertel der Unternehmen die steigenden Energie- und Rohstoffpreise als das größte Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung. In der Industrie und im Baugewerbe, die vergleichsweise gut durch die Corona-Krise kamen, sind es sogar jeweils etwa 90 Prozent. In diesen Segmenten haben sich die Zukunftsaussichten der Unternehmen denn auch besonders stark eingetrübt. Optimistischer als zuletzt äußert sich dagegen das zwei Jahre lang stark von den Corona-Beschränkungen getroffene Gastgewerbe.

HIHK warnt vor den Folgen eines Gasembargos für die hessische Wirtschaft

Größere Risiken für ihr Geschäft sehen die vom HIHK befragten Betriebe weiterhin im Fachkräftemangel, zunehmend aber auch in einem Anstieg der Arbeitskosten. Die Inflation lasse die Unternehmen steigende Lohnkosten befürchten, hieß es am Mittwoch.

Der HIHK warnt eindringlich vor einer Verschärfung der Energiekrise durch ein Gasembargo. „Ein möglicher Lieferstopp für russisches Erdgas hätte im Laufe der kommenden Monate massive Folgen für die Wirtschaft in Hessen“, sagte HIHK-Geschäftsführer Frank Aletter am Mittwoch. Zu befürchten sei etwa, dass in großem Umfang Wertschöpfungsketten instabil würden. Die Politik müsse daher weiterhin überlegen, wie die wirtschaftlichen Folgen der steigenden Energiekosten beherrschbar blieben, forderte der HIHK. Er warb wieder einmal für steuerliche Entlastungen.

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