Eine Information zu Corona-Verhaltensregeln steht im Frankfurter Hauptbahnhof am Informationsschalter der Deutschen Bahn (DB).
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Gesundheit

Hessen: Frühwarnsystem für Corona-Ausbrüche

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Das Land legt ein mehrstufiges Konzept vor. Darin steht, wann die Gesundheitsämter die übergeordneten Behörden einschalten müssen.

Punktuelle Lockdowns statt komplettes Herunterfahren eines ganzen Bundeslandes. Auf diese Strategie setzt nicht nur Nordrhein-Westfalen – siehe Gütersloh –, sondern auch Hessen. Sozialminister Kai Klose (Grüne) und Innenminister Peter Beuth (CDU) haben am Mittwoch ein „landesweites Präventions- und Eskalationskonzept zur Eindämmung der weiteren Ausbreitung des Coronavirus erlassen“, heißt es in einer Mitteilung des Landes. Es ermöglicht, lokal begrenzt auf Ausbrüche zu reagieren, stellt Regeln auf, wann übergeordnete Behörden eingeschaltet werden müssen. Lob von Jan Hilligardt, geschäftsführender Direktor des Hessischen Landkreistages, der ein solches Konzept gefordert hatte: „Das heute vorgelegte Papier stellt ein gutes Frühwarnsystem mit Richtwerten des Landes dar, gibt den Landkreisen vor Ort aber auch genügend Spielraum für die passenden Maßnahmen.“

Vorgehen in fünf Stufen

Das Konzept sieht ein Vorgehen in fünf Stufen vor. Grundlage ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Einwohnerinnen innerhalb der vergangenen sieben Tage in einer Region. Es beginnt mit der Stufe „unter 20“. In dieser Rubrik steht „Routinebetrieb, allgemein planende und vorbereitende Maßnahmen“. Ab 30 sind „erhöhte Aufmerksamkeit“ vorgesehen, „erweitertes Meldewesen, bedarfsgerecht angepasste Maßnahmen“. Bei mehr als 35 Neuinfektionen müssen die zuständigen Gesundheitsämter den Covid-19-Planungsstab im Sozialministerium einbinden.

Ernst wird es bei mehr als 50 Fällen. Diese Stufe sieht ein „konsequentes Beschränkungskonzept, enge Zusammenarbeit mit dem Planungsstab sowie dem koordinierenden Krankenhaus des Versorgungsgebietes“ vor. Mobilitätseinschränkungen sind möglich. Ist die Schwelle von mehr als 75 erreicht, übernimmt der Planungsstab die Steuerung der medizinischen Lage.

Das Konzept ist nicht in Stein gemeißelt. Weitere Beschränkungen sind möglich, auch die Begrenzung auf eine betroffene Einrichtung. Bei einem verteilten regionalen Ausbruch und unklaren Infektionsketten sind regionale oder auch überregionale Beschränkungen vorgesehen.

„Den Kreisen und kreisfreien Städten kommt eine tragende Rolle bei der Bekämpfung der Verbreitung des Coronavirus zu“, betonte Beuth. Die Landesregierung unterstütze sie mit persönlicher Schutzausrüstung für die Helfer vor Ort. Die örtlichen Gesundheitsämter seien personell verstärkt und von Verwaltungsaufgaben entlastet worden, die das Regierungspräsidium Darmstadt übernommen habe.

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