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Corona-Winter

Winter-Chaos in Hessen: Gefahr durch Schneelast – Warnung vor Ausflügen

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  • Martin Brust
    Martin Brust
  • Anke Hillebrecht
  • Claudia Kabel
    Claudia Kabel

Weiterhin besteht durch den Wintereinbruch in den Mittelgebirgen in Hessen Gefahr. Von Ausflügen raten Behörden dringend ab.

Update vom Mittwoch, 06.01.2021, 15.11 Uhr: Weiterhin besteht im Hochtaunuskreis Gefahr durch den starken Schneefall, wie die Frankfurter Neue Presse berichtet*. Da viele Bäume die Last nicht tragen können, stürzten bereits mehrere von ihnen um. Daher appellieren die Behörden an potenzielle Besucher:innen, von Reisen in den Taunus und insbesondere zum Großen Feldberg abzusehen.

Auch die Straßensperrungen der L3025 ab Eselheck, der L3276 zwischen Sandplacken und Oberreifenberg und der L3004 zwischen Oberursel und Sandplacken bis Schmitten wurden noch nicht aufgehoben. Die Straßen sollen bis mindestens kommenden Freitag (08.01.2021) gesperrt bleiben.

Verkehrschaos durch Schneefall in Hessen

Erstmeldung vom Montag, 04.01.2021, 10.01 Uhr: Das Verkehrschaos der vergangenen Tage in den höher gelegenen Orten im Taunus erregt mehr denn je die Gemüter der leidtragenden Anwohner und Anwohnerinnen. Die lokalen Behörden haben am gestrigen Montag lange beraten, wie Entlastung geschaffen werden kann. Abends erklärte der Hochtaunuskreis, dass die bestehenden Straßensperrungen bis „zunächst“ kommenden Freitag beibehalten werden. Auch der Busverkehr bleibt eingeschränkt; die Linie 57 (Feldberglinie) ist komplett eingestellt.

„Die extremen Wetterbedingungen im Feldberggebiet mit Schneebruch, Eisschlag und umgestürzten Bäumen“ habe die Straßenverkehrsbehörde dazu veranlasst, heißt es. Gesperrt sind die L 3025 ab Anschluss Eselsheck an der B 8, die L 3276 zwischen Sandplacken und Oberreifenberg sowie die L 3004 zwischen Hohemark und Sandplacken bis Schmitten.

Schneeausflüge im Corona-Winter sorgen für Chaos im Hochtaunuskreis – Koordiniertes Vorgehen verlangt

An der Beratung beteiligt waren neben dem Ersten Kreisbeigeordnete Thorsten Schorr (CDU). In einer Telefonschalte auch die Bürgermeister:innen von Glashütten, Königstein und Schmitten sowie Oberursels Erster Stadtrat. Man sei sich einig, dass nur mit koordiniertem Vorgehen die schwierige Lage bewältigt werden könne. Das war in den vergangenen Tagen nicht der Fall. Vor allem Falkenstein war im Verkehr erstickt, weil Ausflügler an den Sperrungen vorbei den Weg in den Schnee suchten. Königsteins Bürgermeister Helm (CDU) macht keinen Hehl aus seiner Kritik am bisherigen Krisenmanagement. Er habe Polizei, Verkehrsbehörden und Nachbargemeinden lange vor den Feiertagen auf die vorhersehbare Problematik hingewiesen: Sollte der Feldberg mit seinen vielen Parkplätzen gesperrt werden, müssten auch genug Kräfte für die Überwachung eingeteilt werden – an allen „frankfurtnahen“ anderen Einstiegspunkten zum Taunus.

Zu den Leidtragenden des Besucheransturms gehört auch die Taunus-Gemeinde Schmitten am Großen Feldberg. Bürgermeister Marcus Kinkel (parteilos) glaubt nicht an die Wirkung von Verboten. „Wir werden gar nichts in den Griff kriegen, es gibt Probleme, die kann man nicht lösen auf der Welt“, sagt er. Wenn jetzt gefordert werde, Besucher auf Waldwegen zu kontrollieren, dann stelle sich die Frage: „Wer macht das? Keiner!“

05.12.2020, Schmitten (Hessen): Die Landschaft rund um den Großen Feldberg im Taunus zeigt sich bei rund 15cm Schnee tief winterlich. Bereits am Vormittag waren alle Parkplätze im Feldberggebiet belegt.

Neben dem Feldberg: Frankfurter Schneeausflügler zieht es auch in den Odenwald

Auch die Neunkirchner Höhe, die höchste Erhebung im hessischen Odenwald, wurde am Sonntag von Schneeausflüglern überrannt. Drei Streifenwagen der Polizei unterstützten die Kommune Modautal dabei, die Zufahrt aus Richtung Brandau und Winterkasten abzusperren. Es sei zu Verkehrsverstößen gegen das Park- und Durchfahrtsverbot gekommen, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Südhessen der FR. Die Sperrung sei am Nachmittag wieder aufgehoben worden. Allerdings sei es auch am Montag zu großem Besucherandrang gekommen. Die 605 Meter hohe Erhebung im Landkreis Darmstadt-Dieburg wird alljährlich beim ersten Schnee zum Anlaufziel vieler Wanderer und Familien mit Kindern, die dort rodeln wollen.

„So extrem wie dieses Jahr“ habe man den Andrang allerdings noch nicht erlebt, sagte Modautals Bürgermeister Jörg Lautenschläger (CDU). Feld- und Waldwege, sowie Rettungswege seien zugeparkt gewesen. Die Leute seien aus Frankfurt, Heidelberg, Aschaffenburg und Ludwigshafen angefahren. Dies hänge sicher damit zusammen, dass die Menschen derzeit nicht verreisen könnten und andere Gipfel gesperrt seien. Mit dem Landkreis stimme man sich derzeit über künftige Sperrungen ab. Wenn wieder so viele Menschen kämen, müsse man die Landesstraße erneut abriegeln. Deshalb rät Lautenschläger, auch in Hinblick auf kommendes Wochenende, davon ab zur Neunkirchner Höhe zu kommen. An anderen Stellen in der Umgebung könne man genauso gut im Schnee spazieren gehen und ein wenig rodeln.

Schneeausflüge im Corona-Winter in Hessen: Auch in der Rhön und im Vogelsberg ist viel los

Auch die Wasserkuppe in der Rhön und der Hoherodskopf im Vogelsberg waren am Wochenende überrannt und bereits am frühen Vormittag gesperrt worden. Bürgermeister aus den beiden zuständigen Kommunen hatten sich mit via Facebook an die Menschen gewandt und darum gebeten, in der aktuellen Situation ihre Orte nicht zu besuchen - obwohl dort normalerweise der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. (cka/ahi/ust/dpa) *fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Armin Weigel/dpa

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