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Ein Richter rückt sich zum Auftakt eines Prozesses in einem Verhandlungssaal seinen Stuhl zurecht.

Justiz in Hessen

In Hessen fehlen Staatsanwälte und Richter

Etwa 300 Richter und Staatsanwälte fehlen in Hessen derzeit nach Einschätzung des Richterbundes. Er fordert im Wettbewerb um qualifizierte Juristen höhere Gehälter.

In Hessen fehlen nach Einschätzung des Richterbundes derzeit etwa 300 Richter und Staatsanwälte. Bis 2030 würden zudem etwa 40 Prozent aller heute noch aktiven Richter und Staatsanwälte in den Ruhestand gehen. Vor diesem Hintergrund warnt die Interessenvertretung der Richter davor, dass sich der Wettbewerb um qualifizierte Juristen in den nächsten Jahren verschärfen wird. Sie fordert höhere Gehälter sowie mehr Personal.

„Die Justiz steht vor alten und neuen Herausforderungen. Aktuell bereiten dem Richterbund Hessen vor allem die Gewinnung des Nachwuchses und die personelle Ausstattung Sorgen“, sagte der Sprecher des hessischen Richterbundes, Johannes Schmidt. „Aus Sicht des Richterbundes Hessen ist ein Konzept der Justizverwaltung, wie auf all das reagiert werden soll, nicht zu erkennen.“

Dem widerspricht das Justizministerium. „Die hessische Justiz hat in der letzten Legislaturperiode wohl das größte und umfangreichste Justizaufbauprogramm in der Geschichte Hessens umgesetzt“, teilte ein Ministeriumssprecher mit. In allen Bereichen der unterschiedlichen Gerichtsbarkeiten sei der Stellenabbau gestoppt worden, die Landesregierung habe zusätzliche Stellen aufgebaut. Dafür seien nicht nur Stellen für Richter und Staatsanwälte geschaffen worden, sondern auch neue Jobs in den Geschäftsstellen. (dpa)

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