Das Corona-Kabinett der Landesregierung hat die Regeln im Sport verändert. Kunst- und Musikschulen dürfen wieder öffnen.
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Das Corona-Kabinett der Landesregierung hat die Regeln im Sport verändert. Kunst- und Musikschulen dürfen wieder öffnen.

Corona-Regeln

Sport und Musikkurse erlaubt

  • Jutta Rippegather
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Das Land lockert die Restriktionen der Corona-Verordnung. Zuletzt gab es 1851 neue Infektionen an einem Tag.

Das Corona-Kabinett der Landesregierung hat die Regeln im Sport verändert. Kunst- und Musikschulen dürfen wieder öffnen. Die am Freitag getroffenen Beschlüsse gelten ab sofort. Die Landesregierung wolle „im Gleichklang mit den anderen Bundesländern bleiben“, hieß es zur Begründung. Demnach dürfen Amateur- und Freizeitsportler alleine, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstands auf und in allen Sportanlagen Sport treiben. Erlaubt bleibt auch Individualsport im öffentlichen Raum – etwa Joggen, Radfahren oder Wandern. Auch Reiten, Rudern oder Segeln fallen unter diese Kategorie.

Trotz Pandemie sollten Hessinnen und Hessen die Möglichkeit haben, sich fit zu halten und gemeinsam sportlich aktiv zu sein. „Gemeinsam mit dem Landessportbund wollen wir Freizeit- und Amateursport ermöglichen“, sagte Innen- und Sportminister Peter Beuth (CDU). „Es ist aber wichtig, dass Sportlerinnen und Sportler sich an die Regeln halten.“

Die Sportverbände und -vereine hatten immer wieder betont, dass gerade Sportler diszipliniert mit den Hygienevorgaben umgehen. „Der Druck hat sich ausgezahlt, die erneute Kehrtwende ist geschafft“, jubelte der Hessische Tennis-Verband (HTV). In den vergangenen Tagen waren der Verband sowie zahlreiche Vereine mit E-Mails und Anrufen beim Land Hessen vorstellig geworden, um eine Änderung zu erwirken. In den Beratungen mit Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Sportminister Beuth war auch Rolf Müller involviert. „Dieser Beschluss ist in der schwierigen Zeit, die wir alle momentan erleben, für den Sport und für alle Menschen in unserem Land wichtig, sinnvoll und richtig“, kommentierte der Präsident des Landessportbundes Hessen die Regelung. Fit zu bleiben und im gegebenen Rahmen Sport zu treiben seien wichtige Bausteine im Kampf gegen die Pandemie. Müller bekräftigte zudem, das Angebot an die Landesregierung, „gemeinsam mit uns an der Weiterentwicklung differenzierter Corona-Regeln zum Sport für den Zeitraum ab dem 1. Dezember zu arbeiten“.

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag, Christoph Degen, kritisierte den „Zick-Zack-Kurs“ der Landesregierung. Die Änderung der Corona-Regeln nach nur vier Tagen sei ein weiterer Beleg dafür, dass die Änderungen zum Infektionsschutz für Hessen im Landtag breiter debattiert werden müssten als bisher. FDP-Fraktionschef René Rock sah sich bestätigt. „Wir Freien Demokraten haben in dieser Woche auf die Unverhältnismäßigkeit der Schließungen hingewiesen.“ Musikschulen seien keine Freizeiteinrichtungen, sondern erfüllten einen Bildungsauftrag.

Unterdessen steigt die Zahl der Infizierten weiterhin deutlich an. Die Zahl der bestätigten Corona-Neuinfektionen in Hessen ist am Freitag binnen eines Tages um 1851 gestiegen. Insgesamt lag die Zahl der seit Beginn der Pandemie registrierten Fälle bei 49 327, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin hervorgeht (Stand 00.00 Uhr). 19 weitere Todesfälle wurden mit Sars-CoV-2 in Verbindung gebracht. Es starben in Hessen demnach bislang 729 Menschen.

Von Kommunen selbst gemeldete Werte können von den Zahlen des Robert Koch-Instituts abweichen, da sie die Daten mit Zeitverzögerung weitergeben. Zahlen, die die Kommunen selbst nennen, sind in der Regel aktueller als die des RKI oder des hessischen Sozialministeriums.

Nach den Zahlen des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin hatten in Hessen am Donnerstag 243 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen gelegen (Stand 12.15 Uhr). Das entsprach einer Belegung von 14 Prozent aller Intensivbetten. 124 der Patient:innen wurden beatmet. (mit dpa)

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