Corona

Hessen erlaubt Sport mit Freunden ab Mitte Mai

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Zwei Familien dürfen sich dann wieder treffen und können sogar zusammen Essen gehen. Das hat Minsiterpräsident Bouffier angekündigt.

Die Zeit der einsamen Jogger und Hometrainer ist vorbei: Mitte Mai kann der Freizeitsport mit Freunden wieder losgehen - insbesondere im Freien. Auch Fitnessstudios dürfen wieder öffnen, sofern sie die Erfordernisse an Hygiene und Abstand erfüllen. Schwieriger wird es mit den Bädern, sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwoch in Wiesbaden nach dem Gespräch der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin. Dafür sei noch keine Lösung gefunden. „Da ist noch nicht klar, wohin die Reise geht.“

Offizielle Beschlüsse wird das hessische Corona-Kabinett am heutigen Donnerstag fällen und am Nachmittag verkünden. Dann stehen die konkreten Termine für die nächste Phase der Corona-Lockerungen fest. Die aktuelle Verordnung läuft zum 11. Mai aus. Laut Bouffier wird Hessen weiterhin im Großen und Ganzen der Linie der Bundesländer folgen, gleichwohl Besonderheiten berücksichtigen – etwa den frühen Ferienbeginn, der zur Eile bei den Schulöffnungen zwinge. Alle Kinder sollen vorher noch einmal ihre Schule oder ihre Kita von innen sehen.

Die seit Mitte März herrschende strenge Paarordnung weicht einem milderen Kontaktverbot: Künftig dürfen sich zwei „Hausstände“ – sprich Familien – für gemeinsame Unternehmungen zusammenschließen, etwa für einen Spaziergang oder im Restaurant.

Denn auch ein Besuch beim Lieblingsitaliener oder im Apfelweinlokal werde wieder möglich sein, sagte der Ministerpräsident: „Restaurants und Hotels werden noch im Mai wieder öffnen können.“ Das gelte selbstverständlich auch für Campingplätze. Eine Lösung für größere Veranstaltungen liegt Bouffier zufolge in greifbarer Nähe. Vorstellbar seien auch Treffen mit mehr als 100 Personen – sofern diese in Sälen stattfinden, in denen die Abstandsregeln eingehalten werden können. Für Firmenveranstaltungen kann Bouffier sich das nicht vorstellen, wohl aber für Hauptversammlungen von Unternehmen oder Parteitreffen in Vorbereitung auf die Kommunalwahlen im nächsten Jahr.

Denn das ist das Grundprinzip, unter dem sämtliche Lockerungsübungen stehen: Ohne ein Konzept für das Einhalten von Hygiene und Abständen geht bis auf absehbare Zeit nichts. Das gilt auch für die Geschäfte, für die das Limit von 800 Quadratmetern fallen soll.

Doch nur im äußersten Fall werde es wieder einen kompletten Shutdown geben. Bouffier spricht von einem „Paradigmenwechsel“. Nicht das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben im ganzen Land soll heruntergefahren werden, wenn es irgendwo zu einem Ausbruch kommt.

Sollte es in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an sieben Tagen hintereinander zu 50 Neuinfizierten auf 100 000 Personen kommen, ist das Limit erreicht. Dann werde das Gesundheitsamt in Absprache mit dem Land entscheiden, welche Schritte notwendig sind. Das gelte auch für den Fall, dass in einer Schule ein Corona-Fall entdeckt wird, sagte Bouffier. „Das wird jeweils nach den Umständen entschieden.“ Große Hoffnungen setze er in die sogenannte Tracing-App, die Kontakte von Infizierten nachvollziehbar machen soll. „Ich hoffe, dass sie bald kommt.“

Neben der Schalte mit der Bundeskanzlerin gab es laut Bouffier Gespräche mit den Kommunen und Trägern der Kindertagesstätten. Diese sollen vom 2. Juni an ihre Notbetreuung um einen „eingeschränkten Betrieb“ erweitern. Eine Vorgabe des Landes gebe es nicht, das Angebot werde je nach Platzverhältnissen, Ausstattung und Personalkapazitäten unterschiedlich ausfallen. Schon am Dienstag hatte die Landesregierung für den 18. Mai eine Ausweitung des Präsenzunterrichts angekündigt: etwa für Mittelstufen, die vierten Klassen, die E-Phase der Oberstufen oder die Berufsschulen.

In Hessen öffnen die Kitas in der Corona-Krise wieder. Die Opposition kritisiert den Plan der Regierung jedoch scharf.

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