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Elternbeiräte in Hessen fordern kleinere Klassen, um die Wahrscheinlichkeit einer Ausbreitung des Coronavirus in Schulen möglichst zu verringern.

Corona an Schulen

Elternbeiräte fordern kleinere Klassen

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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Die Elternvertreter hessischer Städte und Kreise sind in Sorge. Die bisherigen Maßnahmen im Umgang mit der Pandemie an Schulen sehen sie nur als Notlösung an. Sie wollen ein Konzept.

Im Umgang mit der Pandemie setzt das Kultusministerium an den Schulen auf Maskenpflicht und regelmäßiges Stoßlüften – das ist für hessische Elternbeiräte kaum mehr als eine „Notlösung“. Das schreiben die Elternvertretungen von vier hessischen Städten, darunter Frankfurt, und elf Kreisen in einer Stellungnahme. Man sehe den kommenden Wochen und Monaten mit Sorgen entgegen. „Es herrscht nach wie vor kein landesweit verbindliches Konzept zum Umgang mit der Pandemie an Schulen.“ Es fehlten eine zentrale Steuerung und Vorgaben von Maßnahmen.

Die Elternbeiräte fordern, kleinere Lerngruppen zu planen und Möglichkeiten zu prüfen, den Schulbetrieb auf Hybridunterricht im Schichtbetrieb umzustellen. „Seitens der Politik wird darum geworben, allgemeine Kontakte auf das absolut Notwendige zu beschränken“, schreiben die Elternvertreter. „Gleichzeitig wird aber hingenommen, dass in Schulen mehrere Hundert, teilweise mehr als 1000 Schülerinnen und Schüler aufeinandertreffen.“

Damit bei einem Schichtbetrieb in Schulen berufstätige Eltern arbeiten gehen können, soll ein Betreuungsangebot für Schülerinnen und Schüler der Klassen eins bis sechs sichergestellt werden.

Dass das Land zehn Millionen Euro für die Anschaffung von Luftfilteranlagen zur Lüftung von Klassenräumen bereitstellt, in denen die Fenster nicht geöffnet werden können, findet die Zustimmung der Eltern. Sie fordern aber, dass alle Klassenräume mit Raumluftfilteranlagen mit Hepa-Filtern ausgestattet werden. Damit könnten die Infektionsgefahr für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler minimiert und „die Unterkühlung der Klassenräume und ständige Unterrichtsunterbrechungen vermieden werden“.

Auch soll aus Sicht der Elternbeiräte die Umsetzung der Digitalisierung nicht weiter aufgeschoben werden. „Es bedarf verpflichtender Konzepte der Schulen zur Umsetzung der Digitalisierung vor 2024“, schreiben sie. Dafür bräuchten die Schulen unbürokratische Hilfe und müssten zudem sofort mit WLAN und Breitbandanschlüssen ausgestattet werden.

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