Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Tiere in Hessen

Hessen: Ein Zentrum für den Wolf

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
    schließen

Hessen richtet eine zentrale Anlaufstelle ein. Viehhalter fordern mehr Unterstützung.

Der jüngste Nachweis stammt vom 5. Februar. Da ging ein Exemplar im Kreis Hersfeld-Rotenburg in die Fotofalle. Eine Woche zuvor war ein Tier in Rüdesheim unterwegs: Immer häufiger streifen Wölfe durch Hessen. Zwei sind seit einem Jahr sogar sesshaft in hiesigen Wäldern. Was Naturschützer entzückt, bereitet Viehhaltern große Sorge. Sie fühlen sich in ihrer Existenz bedroht. Ein Dauerkonflikt, den das Hessische Umweltministerium mit einem Dialog lösen will. Doch das erweist sich als schwierig.

Bei mehreren Treffen hat das Ministerium Hinweise und Anregungen zur Weiterentwicklung des Wolfsmanagementplans gesammelt. Sie mündeten in einen Entwurf, den die Behörde dieser Tage mit der Bitte um Stellungnahmen diversen Verbänden von Weidetierhaltung, Naturschutz, Landwirtschaft und Jagd vorstellte. Das Echo ist geteilt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) urteilt: „Eine gute Grundlage für eine sachliche Debatte.“ Dem Vorsitzenden des Hessischen Verbands für Schafzucht und -haltung, Reinhard Heintz, fehlen klare rechtliche Maßgaben. „Diese würden nämlich bedeuten, dass die Politik dann auch in der Konsequenz zum Handeln gezwungen wäre, wenn es um den Abschuss eines übergriffigen Wolfes ginge.“ Die hohen Selbstkosten für den Herdenschutz, so Heintz, fördere den „Abwärtstrend der Weidetierhaltungen“. Dabei sichere sie doch den Erhalt der FH- und Naturschutzgebiete.

Ziel des hessischen Wolfsmanagements ist ein konfliktarmes Nebeneinander von Wölfen und Weidetierhaltung. Kernpunkte des Entwurfs sind ein Wolfsmonitoring, Empfehlungen für den Herdenschutz sowie ein Überblick über aktuelle Fördermöglichkeiten. Auch der Umgang mit verhaltensauffälligen Exemplaren ist ein Thema.

Das Ministerium kündigte an, die Zugangsvoraussetzungen zu senken und damit die Attraktivität der Weidetierprämie für Schafe und Ziegen sowie die Herdenschutz-Grundprämie zu erhöhen. Es soll regelmäßige Treffen mit den Verbänden in einer „AG Wolf“ geben, die als Beratungsgremium fungiert und Fragen im Zusammenhang mit der Präsenz des Wolfes diskutiert.

Ein „Wolfzentrum Hessen“ dient als zentraler Ansprechpartner. Dazu wurde das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) personell verstärkt. Die Behörde kümmert sich weiterhin um das komplette Monitoring – wie Erfassung, Bewertung und Dokumentation aller Meldungen, Ereignisse, Nachweise und sonstiger Daten. Darüber hinaus übernimmt es Managementaufgaben; unter anderem die Koordination und Betreuung der Wolfs-Hotline sowie die Beratung von Tierhalter:innen, Behörden oder Verbänden.

Zuständig ist das Zentrum auch für den Informationsaustausch mit anderen Bundesländern und dem Bund, heißt es in dem Entwurf. Die Koordination der Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Wolf gehört ebenfalls zu den Aufgaben. Unterstützt wird das Zentrum von den ehrenamtlichen Wolfsberater:innen sowie von den hessischen Forstämtern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare