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An den ermordeten Regierungspräsidenten Walter Lübcke erinnert neben dem großen Sitzungssaal des Regierungspräsidiums Kassel (Bild) nun auch ein Preis des Landes Hessen.

Gedenken

Ein Stern erinnert an Walter Lübcke

  • Peter Hanack
    vonPeter Hanack
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Der Preis zu Ehren des ermordeten Kassler Regierungspräsidenten wird in Hessen erstmals an drei Preisträger verliehen. Sie stehen für die Werte, für die auch Lübcke eingetreten ist.

Die Journalistin Dunya Hayali, der Hanauer Robert Erkan und das Mobile Beratungsteam gegen Rechtsextremismus und Rassismus sind die ersten Ausgezeichneten des Walter-Lübcke-Demokratie-Preises. Er wird im Gedenken an den mutmaßlich von einem Rechtsextremen ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke verliehen.

„Unserer Preisträgerinnen und Preisträger setzen sich herausragend und eindrucksvoll für die Demokratie ein“, sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier am Dienstag in Wiesbaden. Sie eine der „Einsatz für Freiheit, Respekt und Toleranz“. Der Walter-Lübcke-Preis soll künftig alle zwei Jahre verliehen werden. Er soll den gesellschaftlichen Zusammenhalt, das demokratische Miteinander und den respektvollen Umgang im politischen Diskurs stärken. Preisträger können Einzelpersonen, Vereine, Stiftungen oder Institutionen sein.

Dunja Hayali wird für ihren journalistischen Stil und „ihren Mut, gesellschaftliche Konfliktthemen offensiv anzugehen“ sowie ihren Einsatz für das gesellschaftliche Miteinander geehrt. Sie scheue sich nicht, „Reizthemen offen und kritisch anzusprechen“, sagte Bouffier. Sie lasse sich nicht einschüchtern, auch wenn sie schon mehrmals Opfer von Hass und Hetze geworden sei. Auch Lübcke sei stets bereit gewesen, für seine Haltung einzustehen.

Robert Erkan hat sich sehr intensiv bei der Betreuung von Angehörigen der Opfer des rassistischen Anschlags von Hanau im Februar engagiert. Er sei, so der Ministerpräsident, ein Vorbild für gelebte Integration. Die Eltern stammen aus Kroatien und der Türkei, die Mutter ist Christin, der Vater Muslim, Erkan selbst ist in Hessen geboren, sei ein „Mittler zwischen den Religionen“ und stehe für Werte wie Freiheit, Heimat, Mut, Respekt und Toleranz.

Das Mobile Beratungsteam gegen Rechtsextremismus und Rassismus begleitet Runde Tische in Gemeinden, Schulen und anderen Einrichtungen sowie Angehörige von Rechtsextremen. Es sei, so Bouffier, ein fester Anlaufpunkt in Nordhessen geworden.

Der Lübcke-Preis hat die Form eines Sterns, der an das Buch „Der Kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry angelehnt ist. Der silberfarbene, dreidimensionale Stern ist auf einem Sockel aus Waldecker Holz montiert – Waldeck war die Heimat Walter Lübckes.

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